Die Zeit der tollen Artworks war vorbei bei EDGE OF SANITY! Auffallend bei „Infernal“ ist das dunkle Motiv und die beiden unglaublich großen, umgedrehten Kreuze! Wollte man DEICIDE Konkurrenz machen? Ich weiß es nicht! Es war aber so, dass einige Bandmitglieder den nicht erst seit „Purgatory Afterglow“ melodischeren Weg der von Sänger und Songwriter Dan Swanö geprägt wurde nicht so gefiel! Das gipfelte darin, dass Swanö die Hälfte von „Infernal“ schrieb und bis auf das Schlagzeug alleine aufnahm, während der Rest der Gruppe die andere Hälfte schrieb und aufnahm, wozu Swanö dann sang. Das klingt abgefahren und ist es auch! Ich höre es auch da die Lieder meist abwechselnd gesetzt wurden in der Songreihenfolge. So sind die Swanö Songs melodischer, proggiger, verspielter und haben auch mal ein Piano an Bord, er wechselt auch gekonnt zwischen Growls und Klargesang wie beim Hit „1536“. während die Lieder der restlichen Bandmitglieder geradliniger Death Metal ohne Firlefanz darstellen. Gut, diese Abwechslung hat seine Reize, aber am Ende wirkt das wirklich gute Album auch eine Spur zerfahren, EDGE OG SANITY sitzen hier halt zwischen den Stühlen und das höre ich der Scheibe auch an. Auf Dauer haben die Swanö Tracks mehr Tiefgang. Trotzdem hat diese Aufteilung auch ihre Reize, zumal auch auf früheren Alben der eine oder andere melodische Ausreißer auf dem Album war. Statt einem oder zwei Songs sind es hier halt mehr. Sehr opulent ist auch die obligatorische Bonus-CD ausgefallen die mit 14 Tracks sehr opulent ausgefallen ist und mit Demotracks vom Album (wo einige Tracks mit normalem Gesang statt Growls daherkommen, wahrscheinlich als Orientierungsgesang für Swanö) und der ganz gut klingenden Livescheibe „Live in Esbjerg 1991“ bestückt wurde. Gerade die Livesongs machen Lanune und der Fan hat quasi ein Livedokument aus der Frühphase der Band – klasse!
Lange sollte die Formation nicht mehr zusammenbleiben, Swanö wollte den Bandnamen haben und mit neuen Leuten weitermachen, doch das wollte das Label nicht und so kamen EDGE OF SANITY mit neuem Sänger Robert Karlsson und dem Album „“Cryptic“ noch im selben Jahr (!!!) mit einem geradlinigen Death Metal Album zurück. Aber das ist eine andere Geschichte, vor allen Dingen, weil es danach mit Swanö alleine nach einer Pause weiterging…