Als Sänger Ralf Hauber 2024 plötzlich alleine da stand, weil alle anderen Bandmitgiieder ausgestiegen waren, waren die Fans unsicher, ob und wie es nun weitergehen sollte. Glücklicherweise war für Ralf aka Haubersson recht schnell klar, dass es eine Zukunft für REVEL IN FLESH gibt und so liegt nun das inzwischen sechste Album vor.
Haubersson hat dazu einfach bei ROTPIT, in denen er auch tätig ist, Schlagzeuger Erik Barthold und Gitarrist und Bassist Jonny Petterson eingesammelt. Hinzu kommt noch Gitarrist Simon Abele von der Melodic Death Metal- Band WHEN AT NIGHT.
Musikalisch haben sich die Jungs vorgenommen, stilistisch wieder zurück in Richtung “Manifested Darkness” (2013) und “Death Kult Legions” (2014) zu gehen. Geboten wird also düsterer, riffgetriebener Death Metal mit tiefen Wurzeln im klassischen schwedischen HM2-Sound. Nachdem die Band auf den letzten Alben ihren Sound für mehr Melodien geöffnet hatte, wird es auf dem neuen Album wieder etwas urtümlicher und zwingender.
Gerade bei den Midtempo-Songs der Marke “The Graverobber” sind morbide Melodien und eine finstere Atmosphäre auszumachen. Der Band gelingt es dabei, die Geschwindigkeit immer wieder zu variieren, so dass eine gewisse Dynamik entsteht und es nicht langweilig wird. Die Band hat ein Gespür dafür, wann es Zeit ist, das Tempo anzuziehen und wann ein Song eher Raum für schleppende Melodien braucht. Trotzdem erreichen vom Songwriting her nicht alle Songs ein hohes Niveau. Das betrifft insbesondere den hinteren Teil der Platte, hier scheint der Scheibe zum Ende hin ein wenig die Luft auszugehen.
Auffällig ist das traditionelle “Priest Of Flesh”, das Old-School Death Metal mit klassischem Heavy Metal mischt. Das Stück hat ein für diesen Sound untypisches Solo, viele Melodien und ist weniger düster. Der Track ragt wirklich heraus, ist aber nicht repräsentativ für die Platte.
Natürlich gibt es auch schnellere Tracks wie das kompromisslose und überragende “Pool Of Blood”, das die Brücke zu den früheren Werken der Band schlägt und in denen trotzdem Platz für ein paar Gitarrenmelodien ist.
Es ist ja schon Tradition der Band, dass sie als Abschlusstrack ein Cover aufnehmen. Diesmal ist es CROWBARs “All I Had (I Gave)” geworden, dessen Intensität jedoch nicht erreicht wird, das aber einen Farbtupfer setzen kann.