Seit mittlerweile 21 Jahren stehen die Bochumer Symphonic-Power-Metaller von DAWN OF DESTINY für melodischen Metal im europäischen Metalunderground und legen mit „Ashes Of Tomorrow“ ihr mittlerweile zehntes Studioalbum vor – ein passendes Jubiläumsgeschenk zum runden Bandgeburtstag. Schon am geschmackvollen Artwork wird klar die Musiker hier gehen eine Spur melancholischer und dunkler zu Werke als das Großteil der Szene. Insgesamt 14 Songs, darunter zwei Bonustracks, haben es auf die Scheibe geschafft. Wie man es von den Ruhrpott-Musikern kennt, darf dabei auch der Hang zu konzeptionell angelegten Werken nicht fehlen. Für das Songwriting zeichnet sich offenbar erneut Gitarrist Jens Faber verantwortlich, der neben seiner Arbeit mit DAWN OF DESTINY in den vergangenen Jahren auch mit Projekten wie LEGIONS OF THE NIGHT recht aktiv war. Vier Alben neben seiner Hauptband in den letzten Jahren sind durchaus eine beachtliche Leistung!
Eine kleine Überraschung ist für mich Fabers Gesangsleistung, denn als Ergänzung zu Frontfrau Jeanette Scherff macht er auch am Mikrofon eine richtig gute Figur. Somit setzt die Band inzwischen auf ein abwechslungsreiches Zusammenspiel zweier Stimmen. Zusätzlich sorgen namhafte Gastsänger für weitere Farbtupfer: Diesmal geben sich Fabio Lione (RHAPSODY) und Ralf Scheepers PRIMAL FEAR, GAMMA RAY) die Ehre und bringen mit ihren unverkennbaren Stimmen zusätzliche Dynamik ins Geschehen. Der ganz große Hit mag auf „Ashes Of Tomorrow“ vielleicht fehlen, an der insgesamt starken Leistung der Band ändert das jedoch wenig. DAWN OF DESTINY liefern ein überzeugendes Album ab, das Anhänger des Genres definitiv auf dem Zettel haben sollten. Geboten wird druckvoller Power Metal mit symphonischer Schlagseite, der im Vergleich zu manch anderem Genrevertreter erfreulich wenig in übertriebenen Kitsch abdriftet. Auf die nötige Portion Pathos muss man dennoch keineswegs verzichten. Unterm Strich eine gelungene Mischung, die Melodie, Kraft und symphonische Elemente stimmig miteinander verbindet. Vielleicht sollten Hörer das neue Album zum Anlass nehmen den Backkatalog der Combo anzutesten?!