Der in Luxemburg geborene, zwischendurch in den USA und jetzt in Deutschland lebende Musiker feiert mit einer illustren Werkschau seinen bisherigen Werdegang in 40 Jahren Musikgeschäft. Okay, ich hatte bisher keinerlei Berührungspunkte und wenn ich mir seine Musik auf „Past To Present“ so anhöre, wird das auch zukünftig nicht der Künstler sein, den ich oft hören werde. Es heißt in der Info, dass die Songs aus vier Jahrzehnten klanglich aufgearbeitet wurden, allerdings ist das leider nicht zu hören. Ein blecherner Sound herrscht vor, zu viele Keyboards und mehr Pop als Rock ist zu vernehmen. „Keep On Dreaming“ nervt sogar so sehr, dass ich die Skip-Taste schon bei diesem dritten Lied betätige. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zuvor mit der ALLEN-FORRESTER BAND ein sowohl musikalisches wie auch produktionstechnisches Gegenteil auf den Ohren hatte. Ja, so unterschiedlich können Musik und nebenbei bemerkt auch die Geschmäcker sein. Ok, da werten vereinzelte Gäste wie RICK SPRINGFIELD bei „Love Somebody“ (ein Rick Springfield-Song) oder ROBIN BECK bei der Ballade „I Wish You Here Tonight“ die Sache schon etwas auf, obwohl das in Französisch gesungene Duett „Donne Moi Une Chance“, ein Lied für den Eurovision 1993, dazwischen echt seltsam klingt. Aber es ist ja die Werkschau von JIMMY MARTIN, also was soll`s? Der Hit „My Sharona“, im Original von THE KNACK (1979) performt der Musiker zusammen mit einem Sänger namens TONY CORLEONE, der mir aber ebenfalls bis dahin völlig unbekannt war. Und so wird die Zeit von über 76 Minuten ziemlich lang, auch wenn ich die Bemühungen des JIMMY MARTIN anerkenne, das Lebensgefühl und den Sound der 80er in die Jetztzeit transferieren zu wollen! Für mich ist das seichte, oft klebrige Fast-Food-Musik wie aus der Retorte! Und es sind eben viele Cover-Versionen darunter, z.B. „A Woman Like You“ von RUSS BALLARD (siehe Video)!
Mein Fazit: Werkschau aus 40 Jahren Musikkarriere ohne nennenswerten Neben-und Langzeitwirkung!