Die Band LESOIR kommt nicht wie man annehmen könnte aus Frankreich, sondern aus dem niederländischen Maastricht. Der Sechser mit Frontfrau Maartje Meessen, die neben dem Gesang auch für Klavier, Akustik-Gitarre und Flöte verantwortlich ist, hat sich seit 2011 dem Artrock verschrieben und darüber hinaus einen ganz hervorragenden Ruf bei den Fans dieser Stilrichtung erspielt. „Tomorrow Is Now Today“ ist das mittlerweile siebte Album und Nachfolger von „Push Back The Horizon“ (2024).
Das Album startet mit dem sehr eingängigen und radiotauglichen „Is It Nothing?“ (siehe Video). Dieses Lied zeigt auch gleich, wo die Stärken bei LESOIR liegen, nämlich Musik zu machen, die zwar progressiv und anspruchsvoll klingt, gleichzeitig aber über eine gewisse Leichtigkeit verfügt. Die warme, sehr angenehme Stimme der o.g. Sängerin passt hier sehr gut ins Konzept. Doch keine Angst, langweilig wird es bei dieser Band zu keinem Zeitpunkt, so gibt es mit „Nadeli“ ein abwechslungsreiches Instrumental und beim überraschenden „Free Pass“ bricht es förmlich mit aggressiven Strukturen aus den üblichen Bahnen heraus! Nicht beim ersten Hören sofort eingängig, aber der Song wächst mit jedem Durchgang mehr…und das ist wirklich keine Phrase! Dass hier kein Einheitsbrei in die Lauscher gerät, beweist das in Französisch gesungene und sehr intensive „La Même Langue“. Im krassen Gegensatz dazu eine wunderbare Ballade wie „Stay Close To Me“, die sich zum echten Ohrenkraller mausert. Mit „Pendulum“ hat sich ein zweites, agiles Instrumental zwischen die 10 Songs „gemogelt“, das mich aufgrund der herrschenden Rhythmik sofort abholt. Feine Synthie-Spielereien bei der Ballade „Army Of Love“ klingen auch nicht alltäglich, was insgesamt für das ganze Album gilt!