Es ist jetzt etwa zwei Jahrzehnte her, da spielten in der berühmt-berüchtigten M-Box im idyllischen Kaisersesch HATESPHERE im Rahmen der von ihnen geheadlineten „Danish Dynamite Tour“. Opener des Abends waren damals übrigens VOLBEAT. Lang her und damals beileibe nicht mein erster Auftritt des skandinavischen Abrisskommandos. Wieso? Weil es immer heftigst gerummst hat. Tut es das heute noch? Mal reinhören, will ich meinen.
Inzwischen sind die Herren nämlich bei einem runden Dutzend an Alben angekommen und ihr Thrash Death Metal klingt auch heute noch wie damals. Das mag jetzt retromäßig klingen, wird vom Rezensenten aber durchaus als wohltuend empfunden, denn auch heute ballern HATESPHERE nicht künstlich, sondern noch immer nach Naturgewalt und direkt geradeaus. Kann durchaus auch an der Arbeit von Tue Madsen im Antfarm Studio liegen, aber wer will sich da beklagen? Overkill-Produktion mit Schlag-mich-tot-Breitbandsound ist auf jeden Fall zum Glück nicht angesagt. Wer also im letzten Vierteljahrhundert noch nicht über HATESPHERE gestolpert ist, der sollte sie sich jetzt geben, auf jeden Fall, wenn man HEAVEN SHALL BURN oder DARKANE mag. Für Die-Hard-Fans der Band ist auch „Guillotine“ ohnehin eine Vollbedienung und wer die Band, wie ich, ein wenig aus den Augen verloren hat: „Snake Charmer“ knallt ähnlich schön wie damals „The Fallen Shall Rise In A River Of Blood“. Um sich auch noch der anderen Seite der Medaille zu widmen: „Guillotine“ sorgt nicht dafür, dass die Welt sich morgen andersherum dreht, aber manchmal ist ein wohlig-warmer Schlag in die Kauleiste genau das, was es braucht. Basta.