POWER STATE – Power State

Artist

POWER STATE

Albumtitel

Power State

Genre

Hardrock / Alternative Rock

Mit ihrem selbstbetitelten Debüt wollen POWER STATE aus Frankfurt am Main zeigen, dass moderner Hardrock noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Handwerklich gelingt dem Trio das durchaus ordentlich – emotional und vor allem songwriterisch bleibt die Platte für mich allerdings deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Bereits nach dem ersten Durchlauf machte sich bei mir der Eindruck breit, dass viele Songs eher vor sich hinplätschern, anstatt wirklich Druck und Spannung aufzubauen. Musikalisch bewegt sich die Band irgendwo zwischen der kernigen Direktheit von BLACKTOP MOJO und den deutlich gefälligeren Stadionrock-Momenten von SHINEDOWN. Das klingt keineswegs schlecht, bleibt aber erstaunlich oft auf sicherem Terrain: zu harmlos, zu vorhersehbar und dadurch schlicht zu wenig zwingend. Besonders schade ist, dass gegen Ende vieler Songs immer wieder interessante Ideen aufblitzen. Einzelne Breaks, ungewöhnlichere Arrangements oder stärkere Riffpassagen lassen erkennen, dass hier durchaus erfahrene Musiker am Werk sind. Nur kommen diese Momente häufig zu spät. Bis dahin haben sich die Songs bereits gemütlich in ihrer eigenen Komfortzone eingerichtet. Erst kurz vor dem Ziel scheint die Band gelegentlich den Mut zu finden, diese zu verlassen – für mich allerdings meist ein paar Minuten zu spät.

Auch der viel beschworene Wiedererkennungswert wollte sich bei mir überhaupt nicht einstellen. Während andere Hörer bereits von „großartigen Songs“ und einer hohen Eigenständigkeit sprechen, blieb bei mir vor allem ein Gefühl von Beliebigkeit zurück. Das Album lässt sich angenehm durchhören, doch kaum ein Moment setzt sich nachhaltig fest. Vieles wirkt wie eine routinierte Zusammenstellung bekannter Hardrock-Zutaten, ohne daraus eine wirklich unverwechselbare Identität zu entwickeln. Auch beim Songwriting greifen POWER STATE nicht immer nach den originellsten Mitteln. Das wiederholte Spiel mit „Ohhhs“, „Bang Bang Bang“, „Boom Boom“ und ähnlichen Mitgröhl-Refrains wirkt eher wie ein Eintrag auf der Stadionrock-Checkliste als wie eine kreative Entscheidung. Was live vermutlich bestens funktionieren kann, wirkt auf Platte schnell formelhaft. Gerade bei einer Band, die sich musikalisch noch ein eigenes Profil erarbeiten möchte, hätte ich mir hier etwas mehr Mut und Eigenständigkeit gewünscht.Der Gesang fügt sich letztlich nahtlos in dieses Gesamtbild ein. Frontmann TOBY AUSTIN BREITENBACH liefert technisch einen absolut soliden Job ab, daran gibt es wenig auszusetzen. Was mir jedoch fehlt, ist eine markante Klangfarbe oder eine gewisse emotionale Reibung, die den Songs zusätzlich Charakter verleihen könnte. Vieles bleibt bei „gut gesungen“, ohne wirklich unter die Haut zu gehen.

Nach zwei kompletten Durchläufen stand für mich deshalb fest: Mehr brauche ich von diesem Debüt zunächst nicht. Das bedeutet keineswegs, dass die Platte schlecht oder gar katastrophal wäre – dafür ist sie schlicht zu professionell eingespielt und produziert. Aber kein einziger Song konnte sich dauerhaft bei mir festsetzen oder den Sprung in meine persönliche Favoritenliste schaffen.Und genau darin liegt für mich das größte Problem von POWER STATE: Das Album funktioniert im Moment, hinterlässt danach aber erstaunlich wenig. Es ist solide, ordentlich gemacht und stellenweise durchaus vielversprechend – doch am Ende fehlen die großen Momente, die aus einem guten Hardrock-Album ein wirklich erinnerungswürdiges machen.

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Infos

Release

05.12.2025

Laufzeit

41:00 Minuten

Label

Lucky Bob Records / SPV

Fazit
Wie meine Oma immer sagte: „Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht“ – Power State ist solide, aber bei mir bleibt einfach zu wenig hängen.
9
von 15
Solide
Autor
"Wenn man einmal dem Metal verfallen ist, ändert man seine Gesinnung nicht einfach von heute auf morgen." ( Parramore McCarty, Warrior)
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