Mit THE VICIOUS HEAD SOCIETY meldet sich eine weitere Band zu Wort, die moderne Produktion mit progressiven Strukturen und einer ordentlichen Portion Metal verbindet. Ihr inzwischen drittes Album „Call Of The Void“ kommt im tiefschwarzen Digipack daher und richtet sich damit ziemlich eindeutig an die Freunde anspruchsvoller, atmosphärischer Klangwelten.„Factured“ eröffnet das Album ohne Intro oder sonstige Spielereien und legt direkt los. Druckvolle Doublebass, schneidende Gitarrenriffs, gelegentliche Growls und zahlreiche melodische Passagen bestimmen das Klangbild. Darüber schwebt die Stimme von Nathan Marx, die überraschend sanft und beinahe entrückt wirkt und damit einen interessanten Kontrast zur Härte der Instrumentierung bildet.
Für zusätzliche Farbtupfer sorgen die durchaus ungewöhnlichen Arrangements. An einer Stelle werden beispielsweise Saxophon und Violine eingesetzt, ohne dass diese Elemente wie bloße Effekthascherei wirken. Überhaupt merkt man der Band an, dass sie ihr Handwerk beherrscht. Drei Alben Erfahrung schlagen sich hörbar in den Kompositionen nieder, die abwechslungsreich gestaltet sind, ohne permanent in ausufernde Prog-Eskapaden abzudriften. Positiv fällt auch der Umgang mit den Keyboards auf. Sie drängen sich nicht unnötig in den Vordergrund, sondern werden vor allem dazu eingesetzt, Atmosphäre und Tiefe zu erzeugen. Auch beim Songwriting hält sich die Band angenehm zurück: Acht Stücke bringen es auf rund 54 Minuten, wodurch „Call Of The Void“ trotz der progressiven Ausrichtung nicht unnötig in die Länge gezogen wird.
Ganz ohne Kritik komme ich allerdings nicht davon. So abwechslungsreich das Album auch gestaltet ist, einige Songs wollen sich bei mir schlicht nicht dauerhaft festsetzen. Gerade die Refrains sehe ich hier als Schwachpunkt. Es fehlt ihnen teilweise an jener Eingängigkeit, die dafür sorgen würde, dass einzelne Melodien auch nach dem Ende des Albums noch im Kopf nachhallen. Unterm Strich liefern THE VICIOUS HEAD SOCIETY mit „Call Of The Void“ ein solides und abwechslungsreiches Prog-Metal-Album ab, das vor allem durch seine moderne Ausrichtung, interessante Arrangements und die eigenwillige Gesangsperformance von Nathan Marx punkten kann.