Die Schweden-Combo DOMINO DRIVE debütierten vor drei Jahren mit „Smoke And Mirrors“ (siehe Review bei uns). Mit „Cosmic Theater“ kommt nun der Nachfolger. Der wird auch gleich vom Titelsong eröffnet (siehe Video), was dann auch die stilistische Marschrichtung vorgibt. Nämlich eine Mischung aus melodischem Hardrock und AOR, der Gitarren und Keyboards gleichberechtigt behandelt. Frontmann Jonas Tyskhagen hat eine starke Stimme mit Wiedererkennungswert und wenn beispielsweise der Song „Dancing On Water“ sehr Riff-lastig und heavy startet, dann sowohl mit einem Synthie-Solo PLUS Gitarren-Solo aufwartet, gebe ich gerne zu, dass mir das richtig gut gefällt. Bei „Dandy Cool“, ein schönes Wortspiel zu Boney M.`s Hit „Daddy Cool“, ist es umgekehrt, denn das Stück mit gutem Text wird durch ein Keyboard-Intro eingeleitet, während fortan die Gitarren das Zepter übernehmen. Meines Erachtens haben die Schweden in den drei Jahren zwischen den beiden Platten eine ordentliche Schüppe drauflegen können, denn die neuen Songs sind abwechslungsreicher und wirken ausgereifter. Schön zu hören, dass eine junge aufstrebende Band versucht, sich irgendwie aus der Masse von skandinavischen Gruppen ähnlicher stilistischer Ausrichtung abzuheben. Es kann aber auch gut möglich sein, dass der neue Lead-Gitarrist Jonatan Berg einen nicht unerheblichen Teil hierfür beigetragen hat, denn er wurde laut Info schon beim Songwriting integriert. Da auch die Melodien und dieser „gesunde“ Härtegrad mit Songs wie „Terra Utopia“ oder „Together Apart“ im Gedächtnis bleiben, sollten AOR-Jünger diese Band unbedingt auf dem Schirm haben. Ach ja, selbstredend wird mit „Heart To Heart“ auch an die Balladen-Fraktion unter euch gedacht, ein gutklassiger Vertreter seiner Zunft! Auch wenn über die Duett-Partnerin bei diesem Lied im Info-Schreiben leider nichts zu erfahren ist. Mit „Genesis Metamorphoses (Chapter 1)“ kommt dann sogar eine Portion Prog mit ins Spiel, ein sehr mutiger Schritt! Ob das alles dann letztendlich für größere Erfolge bei uns ausreichen wird, wird die Zukunft zeigen, meine Daumen sind jedenfalls gedrückt!
DOMINO DRIVE – COSMIC THEATER
Fazit
Ein gutes zweites Album in der Schnittmenge aus melodischem Hardrock und AOR, wobei Keyboards und Gitarren gleichberechtigt Gehör finden. Genauso war es in den 80ern!