Klassischen Thrash Metal zockt die deutsch-amerikanische Truppe EXUMER schon seit den Achtzigern! Relativ neu an Bord ist Ventors Sohn Jerome Reil am Schlagzeug. Wie der Vater, so der Sohn, coole Sache! Eine Tournee mit KREATOR fände ich auch ich gut. Sieben Jahren nach „Hostile Defiance“ ballert das herrlich plakativ betitelte „Death Mask Messiah“ inklusive der Maske des Bandmaskottchens auf dem Cover (von Björn Gooses superb umgesetzt) aus allen Rohren und ist für mich musikalisch eine gelungene Mischung aus SLAYER und EXODUS, wobei mich Frontmann Mem von Stein dieses Mal leicht an die guten Zeiten von Zetro Souza erinnert. 11 Tracks ohne Schnörkel und mit viel Geschwindigkeit werden dem Hörer dargeboten inklusive dieser herrlich wimmernden Gitarren wie bei „Blinding Skies“. So muss Thrash Metal 2026 klingen – klassisch und unverwässert agieren EXUMER musikalisch und auch der Sound ist zeitlos. Mit „Unchained Angel“ hat sich sogar eine Coverversion auf das Album geschlichen, der Track ist eine NASTY SAVAGE Covernummer bei der deren Sänger Nasty Ronnie als Gast an Bord ist, ein cooler Abschluss!
Inhaltlich geht es um harten Stoff: Die US-Politik des letzten Jahrzehnts, die Covid Pandemie, die gezielte Verbreitung von Desinformationen zur Vertiefung kultureller Gräben und das Waco Massaker. Der Titelsong thematisiert die Belagerung von Waco und stellt Sektenführer David Koresh in den Mittelpunkt. Ihr merkt, es geht hier um Realität und Abgründe. In einer Zeit des amerikanischen Hurra Patriotismus ist das sicherlich wichtig. Musikalisch gibt es auf diesem starken Werk keine Ausfälle, Experimente oder wirklichen Überraschungen. Wer auf bodenständigen Thrash mit Biss steht ist hier richtig.