Doppeljubiläum im Hause MESHUGGAH – Zeit für Feierlichkeiten. Neben der „Destroy Erase Improve: 30th Anniversary Edition“ gibt es ebenfalls die „Catch Thirtythree: 20th Anniversary Edition“ zu entdecken. Damals neu mit an Bord: Das Toontrack Drumkit From Hell. Ihr ahnt es schon: Ein Drumcomputer, der den maschinenhaften Sound der Band passend ergänzte. Nicht mit an Bord: Irgendwelche Extras. Sie wären auch hier, wie beim anderen Jubiläumsalbum, eh entbehrlich.
Denn es ist einfach Fakt – MESHUGGAH-Alben funktionieren stets bestens am Stück und machen Sinn als Ganzes. Hier den unglaublichen Sog, den die Schweden entfalten, unnötig zu unterbrechen wäre tatsächlich ein Sakrileg. „Catch Thirtythree: 20th Anniversary Edition“ ist zwar selbst im MESHUGGAH-Kontext noch weiter draußen als die Vorgänger, verliert sich aber nie an Komplexität um der Komplexität Willen. Vielmehr befindet sich der Hörer im Auge eines Wirbelsturms, wo er in einem Moment eine Blaskapelle, eine heulende Sirene und eine Kettensäge gleichzeitig hört und im anderen nur vereinzelte Töne. Dabei fühlt man sich, wie auf Wolken getragen und wie im Zentrum eines blutigen Gemetzels. Gleichzeitig. Kein Wunder, dass die Songs dabei in der Länge variieren, nämlich zwischen gut einer Minute und fast einer viertel Stunde. Für eine abschließende Standortbestimmung bedient man sich in „Sum“ dann letztlich des Lateinischen. Sowohl von der Länge her, als auch musikalisch befindet sich der Song genau in der Mitte der beiden Extreme. „Sum“ bedeutete in der antiken Weltsprache übrigens „Ich bin“. Wer Extreme Metal mag, für den sind die fast 50 Minuten von „Catch Thirtythree: 20th Anniversary Edition“ schlicht Aurea Aetas.