EXILIA – ANTI GRAVITY

Artist

Exilia

Albumtitel

Anti Gravity

Genre

Alternative Metal/Nu Metal

Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn eine Band nicht versucht, das Rad neu zu erfinden. Viel wichtiger ist schließlich, ob das alte Rad noch ordentlich rund läuft. Bei EXILIA tut es das – und zwar mit ordentlich Druck auf dem Kessel. Die Italiener melden sich mit „Anti Gravity“ zurück und servieren elf Songs, die Alternative Metal, Nu Metal, Rock und elektronische Elemente miteinander verbinden. Das Ergebnis ist ein Album, das vertraut klingt, aber keineswegs altbacken daherkommt.
EXILIA stammen aus Mailand und gehören zu den Bands, die den Alternative-/Nu-Metal-Sound der 2000er entscheidend mitgeprägt haben. Spätestens mit „Unleashed“ gelang 2004 der internationale Durchbruch. Auch mehr als zwei Jahrzehnte später steht mit Sängerin und Hauptsongschreiberin Masha Mysmane noch immer eine absolute Identifikationsfigur am Mikrofon. Und Masha hat auf „Anti Gravity“ einiges zu erzählen. Das Album wird persönlicher und emotionaler als so mancher Vorgänger, gleichzeitig rücken die Songs selbst stärker in den Mittelpunkt. Auffällig sind dabei vor allem die zusätzlichen Synthesizer und der größere Fokus auf eingängige Melodien.
Schwerkraft? Nicht mit EXILIA!

Schon der Opener „From The Shadows“ macht klar, dass hier niemand vorhat, sich gemütlich zurückzulehnen. Fette Gitarren treffen auf einen treibenden Rhythmus, während Masha zwischen kraftvoller Aggression und melodischen Passagen wechselt. Ein starker Einstieg und gleichzeitig ein guter Vorgeschmack auf das, was noch kommt.
„Worst In Me“ geht anschließend noch etwas direkter zur Sache. Kurz, knackig und mit ordentlich Biss – genau die Sorte Song, die live vermutlich besonders gut funktionieren dürfte.
Mit „Did You Forget?“ und „Save Me From Myself“ zeigen EXILIA dann ihre melodischere Seite. Gerade letzterer Titel besitzt eine schöne Dynamik und verbindet Härte mit einer emotionalen Atmosphäre. Hier wird deutlich, dass die Band nicht einfach nur möglichst schwere Gitarren auffahren möchte.
Einer meiner persönlichen Favoriten ist „One And Forever“. Der Song besitzt diese typische EXILIA-Mischung aus Druck und Ohrwurmqualität, ohne dabei in belanglosen Radio-Rock abzurutschen.
Der Titeltrack ist zwar nicht vorhanden, dafür trägt „Defying Gravity“ das Albumkonzept quasi stellvertretend auf seinen Schultern. Treibend, hymnisch und mit einem Refrain ausgestattet, der sich ziemlich schnell im Gehörgang festsetzt. Hier macht der Albumtitel plötzlich Sinn: Es geht darum, sich nicht nach unten ziehen zu lassen.
„Beautiful Lie“ und „Lightstorm“ erweitern das musikalische Spektrum noch einmal. Elektronische Elemente und Synthesizer werden nicht als bloße Dekoration eingesetzt, sondern verleihen den Songs zusätzliche Atmosphäre. Das passt erstaunlich gut zum ohnehin modernen Sound der Band.
Mit „You Never Knew“ und „Apathy“ wird es anschließend etwas nachdenklicher. Gerade diese ruhigeren beziehungsweise emotionaleren Momente tun dem Album gut. Denn EXILIA wissen glücklicherweise, dass permanente Vollgas-Attacke auf Dauer auch ermüden kann.
Zum Abschluss gibt es mit „Goodbye My Love“ einen Song, der noch einmal stärker auf Emotionen setzt und das Album angenehm abrundet.

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Infos

Release

15.05.2026

Laufzeit

34:52 Minuten

Label

Lucky Bob Records/Open

Internet

Fazit
Die Räder bei EXILIA laufen gut geschmiert weiter auf Hochtouren!
12
von 15
Edelstahl
Farbe egal: Hauptsache: schwarz!
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