ELVENPATH Gitarrist Till Oberboßel aus Hessen hat mit seinem Projekt LUCIUD DREAMING zwischen 2013 und 2020 drei Konzeptscheiben über Lloyd Alexanders fünfbändige High Fantasy Reihe Romanreihe „The Chronicles of Prydain“ mit vielen tollen Gastsängern gemacht. Nun sechs Jahre nach dem letzten Album „The Chronicles Part III“ kommt er mit deutscher Geschichte daher und sogar eine Deutschlandfahne ist auf dem toll gezeichneten Artwork, was manche Wirrköpfe sogar triggern könnte. Inhaltlich geht es laut Platteninfo um folgendes: “Upon the Barricades” erzählt die Geschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte davon, wie wir versuchten, einen Nationalstaat zu errichten, nachdem wir das Joch Napoleons abgeschüttelt hatten, wie wir eine Revolution auslösten und wie alles scheiterte.“ Das nenne ich mal eine inhaltliche Kehrtwendung! Aber musikalisch ist alles beim Alten geblieben, wenn ich auch die Musik geradliniger und sogar einen Tick härter und mehr am klassischen Heavy / Power Metal angelehnt empfinde. An tollen Gastsängern wurde nicht gegeizt: Blaze Bayley (Ex-IRON MAIDEN, Zak Stevens (SAVATAGE, Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR), Harry Conklin (JAG PANZER) und Piet Sielck (IRON SAVIOR) sind allesamt bekannte und eigenständige Sänger die der an sich schon nicht schlechten Scheibe noch einen Schub geben. Sie verkörpern wie bei anderen „Metal Opern“ sicherlich diverse Rollen und kommen abwechselnd und sehr songdienlich eingesetzt zum Zug. Dazu gibt es auch jede Menge Sänger aus dem Metalunderground die hier auch einen verdammt guten Job machen und für viele Hörer wie mich Neuland sind: George Thomaidis, Giuseppe Ciapone, Said Khochsima und Deon van Heerden heißen einige der Sänger und auch hier ziehe ich meinen imaginären Hut.
Sehr gut zusammengehalten wird das Ganze von Produzenten und Musiker Uwe Lulis (Ex-ACCEPT, GRAVE DIGGER) der hier einen Topjob gemacht hat. Schlagzeuger ist übrigens die Koryphäre Alex Holzwarth, der Mann hat einen guten Punch und mächtig Klasse. Musikalisch gibt es hier immer kraftvollen, flotten und melodischen Heavy / Power Metal der Genrefans begeistern sollte. Die eine oder andere holprige Stelle im Songwriting wird von der Sängerarmada positiv glattgezogen. Bis auf einen Track mit drei Minuten überwiegen bei „Upon The Barricades“ längere Stücke zwischen fünf und acht Minuten, so dass eine stattliche Laufzeit ohne Langeweile am Ende herauskommt.