BURNING SUN – der Bandname klingt wie eine Beschreibung dieses trockenen Sommers in Europa. Die gleichnamige Band aus Ungarn war mir bislang allerdings völlig unbekannt. Entsprechend hielt sich meine Motivation, das Album aufzulegen, zunächst auch in Grenzen. Im Nachhinein muss ich sagen: Das war definitiv ein Fehler!
Mit „Power To Survive“ legen BURNING SUN bereits ihr drittes Album vor und präsentieren sich dabei in neuer Besetzung. Sänger und Gitarrist Nicolas Peter sowie Drummer Edmond Kulcsár sind neu hinzugekommen. Ob die Band zuvor eher als Duo oder hauptsächlich als Studioprojekt agierte, kann ich nicht beurteilen. Fest steht aber: Das aktuelle Line-Up funktioniert! Auch optisch macht die Scheibe einiges her. Das Cover mit der Kriegerin und den Monstern erinnert an die klassischen Fantasy-Artworks vergangener Tage, auf denen muskelbepackte Recken gegen ganze Armeen von Monstern antreten. BURNING SUN verpassen diesem Konzept allerdings einen zeitgemäßen Anstrich.
Musikalisch bekommt man flotten, melodischen und stark gitarrenbetonten Power Metal geboten, der sich klar an der klassischen Schule orientiert. Wer mit dieser Spielart etwas anfangen kann, dürfte bei BURNING SUN schnell Gefallen finden. Sänger Nicolas Peter passt mit seiner Stimme hervorragend zum Sound und setzt den Songs seinen eigenen Stempel auf. Ein besonderes Highlight ist „Emaly´s Hymn“, bei dem sich Peter ein Duett mit Herbie Langhans liefert. Der ehemalige AVANTASIA- und FIREWIND-Musiker sorgt dabei für ordentlich Atmosphäre und der Song versprüht regelrechte „Gammaween“-Vibes. Da kommt schnell der Wunsch nach weiteren Stücken dieser Art auf. Auch Alexandra Lioness von FROZEN CROWN ist auf einem Song zu hören. Zunächst hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass dieser Gastauftritt groß auffällt, doch die Sängerin beziehungsweise Gitarristin macht ihre Sache richtig gut. Zusammen mit Peter funktioniert „Over And Beyond“ als Duett überraschend stark und stellt einen weiteren gelungenen Moment des Albums dar.Ansonsten setzen BURNING SUN auf kurze, knackige Songs, die ohne unnötige Längen auskommen. Nach gerade einmal 38 Minuten ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Einerseits hätte ich mir vielleicht noch einen etwas langsameren und schwerfälligeren Song als Kontrast gewünscht, andererseits sorgt die kompakte Spielzeit dafür, dass keine Langeweile aufkommt.
Unterm Strich ist „Power To Survive“ eine wirklich unterhaltsame Power-Metal-Scheibe geworden. BURNING SUN waren für mich eine echte Überraschung und haben mit ihrem melodischen, klassischen Sound durchaus einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer auf traditionellen Power Metal mit ordentlich Tempo, Melodien und Gitarren steht, sollte hier definitiv einmal reinhören. Vor allen Dingen glaube ich der Musik die Liebe zu diesem Genre anzuhören.