RUTHLESS aus Los Angeles haben nach ihrem Split 1988 und dem Neustart 2008 in den letzten elf Jahren drei gutklassige und solide Alben veröffentlicht, die jedoch an die Bandklassiker “Metal Without Mercy” (EP, 1984) und “Discipline Of Steel” (1986) nicht heranreichen konnten. Was durch die zwanzigjährige Bandpause jedoch auch erklärbar ist.
Nun liegt mit “Curse Of The Beast” das insgesamt fünfte Album der Bandgeschichte vor. Von der Besetzung, die die 80er Werke einspielten, ist inzwischen nur noch Sänger Sammy DeJohn dabei. Komplettiert wird die Band von Glen Paul (Gitarre), David Servantez (Gitarre), Sandy K. Vasquez (Bass) und Joseph Aghassi (Schlagzeug).
Wie schon auf den letzten Alben, so ist die Band auch diesmal ihrem Old-School Metal- Stil treu geblieben und stehen in der Tradition von JUDAS PRIEST, ACCEPT und TYRANT (USA). Nach wie vor kredenzen uns die Jungs klassischen US Power Metal mit Thrash Metal- Einschlag und melodischen Soli, wobei auch ein paar Ausflüge in die NWoBHM erfolgen.
Die Highlights auf dem Album sind für mich der nach einem Intro folgende kompakte und repräsentative Titeltrack, das speedige und mit einem schönen Refrain ausgestattete “Raging Violence”, der Midtempo-Banger mit eingebautem Speed-Part namens “Blood Coalition” und das abwechslungsreiche und mit einem Killer-Solo veredelte “On Sands Of Hell”. Dazu gesellen sich dann noch das neu eingespielte “Sign Of The Cross” (vom “Discipline Of Steel”- Album) und das JUDAS PRIEST- Cover “Metal Gods”. Der Rest ist solide US Metal-Kunst.
Was am Ende bleibt, ist ein traditionelles Heavy Metal- Album, mit dem die Band keine neuen Fans zugewinnen jedoch auch keine alten Fans vergraulen wird. Die Platte zeigt, das guter US Metal, in die Gegenwart transportiert, noch immer viel Spaß machen kann. Das ist wenig originell und erst recht nichts Neues, doch RUTHLESS sind eine Band, bei der man weiss, was man bekommt. Und das ist auch aller Ehren wert. Allerdings fehlen die Ohrwürmer, die sich im Gedächtnis ablagern.