Der Vorteil eines Re-Releases ist es halt auch oft, dass man noch einmal mit ganz anderen Augen auf eine Veröffentlichung blicken kann. Sogenannte Mini-Alben haben oft den Nachteil, dass sie vollkommen zurecht halt auch kein ganzes Album sind. Wie verhält es sich da mit WITCHING HOURs „Where Pale Winds Take Them high…“, das zwölf Jahre nach dem Release nun von Dying Victims Productions noch einmal auf Vinyl aufgelegt wird?
Ursprünglich mal als fuchsteufelswilde Black Thrash Combo gestartet erweiterten die Saarländer 2014 ihren Sound hörbar. „Where Pale Winds Take Them High…“ war die Brücke dort hin – und sie trägt. Also trotz Mini-Album kein Rohrkrepierer. Und wie sieht es mit der Bewertung in der Rückschau aus? Gerade durch die aktuelle, noch taufrische, Scheibe „Descending … Where Time Has Ceased To Exist“ wird deutlich, wie wichtig der Zwischenschritt vor einem Dutzend von Jahren war. Logischerweise spürt man hier an der ein oder anderen Stelle noch geringfügige Wachstumsschmerzen, aber schon ab dem Intro wird klar, wohin die Reise geht. Einerseits nach wie vor keine unnötigen Schnörkel und ein stilistisch sattelfestes Black Thrash-Fundament und andererseits unbeschränkte Zuneigung zu jedweder passenden Nuance aus dem Hartwurst Universum, die den Bandsound verfeinert. Stilistisch schon erstaunlich ausgegoren und unterm Strich mehr als unterhaltsame 25 Minuten.