Die Kanadier verfolge ich schon eine lange Zeit, seit sie 2014 auf dem Keep It True- Festival gespielt hatten. Da hatten sie zwei Alben draußen. Seitdem haben sie kräftig am Mainstream vorbeimusiziert und irgendwie sprang nie ein Label an, wodurch sie nach wie vor im Underground blieben. Das neue Album ist nun in Europa via Steel Shark in Frankreich erhältlich, dennoch ist die Platte nur schwer hierzulande zu bekommen, was schade ist.
„Shadows And Dust“ ist das sechste Album und es ist nicht so progressiv ausgefallen wie der Vorgänger „The Blood Of Creation“ aus dem Jahr 2022. Doch das bedeutet nicht, dass die neue Scheibe straight ist. IRON KINGDOM haben den 80er Heavy Metal in ihrer DNA, transportieren ihn aber gelungen in die Gegenwart und lassen ihn so zeitgemäß aber dennoch old-school klingen. Ihre Musik ist verspielt, die Gitarren dominieren und sowohl das Riffing als auch die Soli sind anspruchsvoll. Mich erinnert die Musik speziell auf dem neuen Album an RIOT in der Tony Moore- Ära und an ältere HELLOWEEN aber auch an Legenden wie IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST.
Keiner der Songs ragt heraus, weder textlich noch musikalisch, daher funktioniert das Album am besten am Stück. Das ist keineswegs negativ gemeint, denn es ist kein Ausfall dabei und alle Songs erreichen ein hohes Niveau, bei dem Twin-Gitarren, abwechslungsreiche Melodien, hymnische Momente und klassische Einflüsse beeindrucken, weil das Quartett jederzeit eigenständig klingt.
Auffällig ist, dass der hohe Gesang von Sänger und Gitarrist Chris Osterman im Vergleich zur letzten Scheibe weniger gepresst und nasal, dafür natürlicher und kontrollierter rüber kommt. Die eingestreuten galoppierenden Riffs verleihen dem Sound mehr Speed aber auch mehr Aggressivität. Auch das abwechslungsreiche Songwriting muss lobend erwähnt werden, dadurch hört sich kein Song gleich an. Die Gitarrensoli sind einmal mehr herausragend. Das war ja schon immer ein Qualitätsmerkmal der Band aber diesmal haben sie sich damit selbst übertroffen.
Ihr seht, es gibt wenig zu meckern. Wenn es der Band nun noch gelingt, Songs zu schreiben, die wirklich im Ohr bleiben, wird dann auch die Höchstnote fällig, auf verdammt hohen Niveau musizieren die Jungs aber schon auf diesem Album.