So herausragend SKINDRED auf einer Bühne sind, so mittelmäßig waren die letzten Alben. Auf „Big Tings“ wurde der Qualitätsverfall schon ausgelöst, mit „Smile“ aus dem Jahr 2023 war man bereits im Mittelmaß angekommen, und nun liegt „You Got This“ auf dem Seziertisch.
Bassist Dan Pugsley, zusammen mit Sänger Benji Webbe das letzte verbliebende Gründungsmitglied von SKINDRED, verließ kurz vor Veröffentlichung der neuen Scheibe die Band. Der Zeitpunkt ist tatsächlich ungewöhnlich, denn laut Aussagen der übrigen Bandmitglieder hat er auch einen großen Teil des Materials noch mitentwickelt. Wie dem auch sein, von keiner Seite flog Dreck und so gehen wir einfach davon aus, dass man sich friedlich getrennt hat.
Im ersten Durchlauf von „You Got This“ fiel mir vor allem auf, das viele Stücke mitunter direkt ins Ohr gehen, was in der Regel ein gutes Zeichen ist. Erst bei zweite Mal bemerkte ich, dass der Metal Anteil auf ein Minimum runter gedampft wurde. Klar, wir reden hier immer noch von SKINDRED, die sich seit jeher aus Reggae, Metal, Hip Hop und Alternative bedient und daraus einen einzigartigen Mix gebraut haben.
Reggae ist auf „You Got This“ das dominante Genre. Was bisher zusammen mit schmissigen Gitarren Riffs, treibenden Beats und Benjis (Sprech-)Gesang immer gut funktionierte trägt nun mehr oder minder alleine das Album.
Wer damit kein Problem hat, der wird auch viel Spaß mit der neuen Scheibe von SKINDRED haben. Die Songs bieten immer noch Abwechslung, oftmals gute Laune und sind mit ordentlich Wumms aufgenommen worden