Die Geschichte der Schweden beginnt im Jahr 2020 in Stockholm, als sie sich gründeten. Aus der Stadt also, aus denen Bands wie DISMEMBER, ENTOMBED oder UNLEASHED stammten. Zu diesem Zeitpunkt war das Trio zwischen 15 und 17 Jahre alt. Es gibt vermutlich leichtere Starts als mitten in einer weltweiten Pandemie zu beginnen. Doch mit “Deadly Possession” (2022) und “At The Somber Steps To Serenity” (2023) konnten sie erste Duftmarken setzen.
Das neue Werk “Aberrations” ist also das dritte Album der Band, die sich 2024 mit dem erst 19-jährigen Pavel Lindegren an der Leadgitarre verstärkten.
Nun wäre es ein leichtes, wenn das Quartett den ausgetrenen Pfade der genannten Bands folgen und den drölfzigsten HM2- Sound kopieren würden. Genau das tun die Jungs jedoch nicht. Der Sound ist old-school, maximal kompromisslos und roh. Man versucht, eigene Akzente zu setzen. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Opener “Rest Impending”, der überaus schnelles Geknüppel zu Beginn auffährt, nach einem Bass-Part jedoch supermelodische Gitarren zu bieten hat, die stilistisch (nicht vom Sound her!) an DISMEMBERs “Dreaming In Red” erinnern.
XORSIST sind allerdings keine Blastspeedband und setzt die schnelleren Elemente eher als Stilmittel ein. Dass sie es auch langsam drauf haben, belegt die Death Metal-Walze “Souls To Mourn”, das einige komplexe Songstrukturen aufweist aber ebenfalls melodische Gitarrenleads einsetzt. Auch der Album-Closer “Memorial Cries” ist im zweiten Teil melodisch und fast schon verspielt unterwegs. Im Kontrast dazu steht “An Elegy Unfolds”, wo am deutlichsten die Vorbilder zu Tage treten.
Das Songmaterial wirkt nicht nur durch die beiden kurzen Instrumantal-Stücke “Draped In Sorrow´s Cloth…” und “And Aged In Embers” dynamisch, weil das Songmaterial abwechslungsreich gestaltet wurde und man nicht die Vorbilder zitiert. Beeindruckend, dass man sich für die Produktion nicht einen erfahrenen Externen zu Hilfe genommen sondern selbst produziert hat, lediglich den finalen Mix und das Mastering hat Fredrik Folkare (UNLASHED) übernommen. Mit Gitarrist Gustav Ryderfelt und Bassist Birk Castenmalm hat man gleich zwei Sänger, die unterschiedliche Stile einbringen: Mal sind es tiefe growls, mal aggressives Geshoute. Auch das unterfüttert die Dynamik, die das Album ausmacht.
Das Album wird kein neuer Klassiker in diesem Stil werden. Die sind alle schon geschrieben. Doch XORSIST legen ein variationsreiches und spannendes Album für Freunde von ENTOMBED, DISMEMBER, UNLEASHED & Co. vor, das nicht so schnell langweilig wird.