Weder die Band noch das Label sagten mir bislang etwas. Nach wenigen Takten des optisch stark aussehenden dritten Outputs„Of Cult And Chaos“ der Saarländer GRAVETY war sofort klar, wohin die Reise geht. Das Artwork weiß zu überzeugen – endlich mal wieder ein echtes, atmosphärisches Cover statt des KI-Einheitsbreis, auf den inzwischen selbst etablierte Acts im Jahr 2026 zurückgreifen. Musikalisch servieren GRAVETY eine wuchtige Mischung aus Epic Metal und Doom Metal, die stark an die frühen Tage von SOLITUDE AETURNUS erinnert. Inhaltlich schöpfen die Saarländer aus Inspirationsquellen wie den Filmen von John Carpenter und den Geschichten von H.P. Lovecraft, also genau die richtige Schnittmenge für Freunde düsterer Klangwelten und finsterer Erzählungen. Auch Frontmann Kevin Portz überzeugt auf ganzer Linie und erinnert stimmlich an eine Mischung aus Robert Lowe (Ex-SOLITUDE AETURNUS) und Messiah Marcolin (Ex-CANDLEMASS). Die ersten Songs zünden sofort und hinterlassen einen richtig starken Eindruck. Im weiteren Verlauf gehen GRAVETY allerdings ein wenig die markanten Riffs aus, wodurch das Songwriting gegen Ende etwas an Profil verliert. Das letzte Drittel klingt zwar weiterhin hochwertig, wirkt kompositorisch aber etwas blutleer – als wäre der rote Faden zwischenzeitlich verloren gegangen. Überraschend ist zudem die kompakte Laufzeit: Acht Songs in gerade einmal 40 Minuten sind für ein Album mit so deutlichen Epic- und Doom-Metal-Anteilen fast schon ungewöhnlich kurz. Im Schnitt kommt jeder Track auf etwa fünf Minuten, was den Songs wiederum mehr Direktheit und Biss verleiht.
GRAVETY – Of Cult And Chaos
Fazit
Da das Epic-Doom-Metal-Genre nach wie vor eher überschaubar besetzt ist, sollten Fans dieses Stils GRAVETY definitiv eine Chance geben!