Die ursprüngliche Besetzung der ersten KING DIAMOND-Ära hat sich – allerdings ohne den namensgebenden Frontmann – wieder zusammengefunden und unter dem Banner LEX LEGION ein selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht. Mit dabei sind die Gitarristen Andy LaRocque und Peter Blakk sowie Bassist Hal Patino und Schlagzeuger Mikkey Dee (SCOPRIONS, MOTÖRHEAD). Für den Gesang verpflichtete man den Norweger Nils K. Rue, bekannt von den Progressive-Metallern PAGAN’S MIND ( Gibt es die überhaupt noch, kommt da noch einmal was?)
Auch optisch setzt die Band auf klassische Tugenden: Das schlichte, aber erstaunlich ikonische Cover zeigt die Gesichter der beteiligten Musiker und weckt Erinnerungen an die Anfangstage des Musikgeschäfts – insbesondere an legendäre Veröffentlichungen von KISS. Musikalisch gelingt LEX LEGION auf ihrem kompakten Debüt der schwierige Spagat zwischen Tradition und Moderne. Die Songs sind kurz, prägnant und kommen ohne überflüssige Schnörkel direkt auf den Punkt. Gleichzeitig klingt das Album weder steril noch nach nostalgischer Retro-Kopie aus dem Jahr 1988. Stattdessen präsentiert sich die Produktion kraftvoll, zeitgemäß und authentisch.
Nils K. Rue erinnert mit einigen hohen Schreien zwar gelegentlich entfernt an KING DIAMOND, bleibt aber jederzeit ein eigenständiger Sänger mit hohem Wiedererkennungswert. Der bereits durch seine Teilnahme bei „The Voice of Norway“ bekannte Frontmann zeigt hier zudem eine etwas andere Facette als bei PAGAN’S MIND. Seine Stimme fügt sich perfekt in den melodischen, aber nie kitschigen Heavy-Metal-Sound von LEX LEGION ein. Das Songmaterial überzeugt durch Biss, Qualität und Spielfreude. Auf Balladen verzichtet die Band komplett und setzt stattdessen auf durchgehend energiegeladene Songs. Für mich ist dieses Album ein echtes Highlight und eine jener seltenen Perlen, die längst nicht jeden Monat erscheinen.