ANDERNACH METAL DAYS 2026 – FREITAG / JUZ LIVE CLUB, Andernach

Billing

H.E.A.T., Onslaught, Crematory, The Other, Gun Barrel, Warwolf, Fabulous Desaster

Ort

Juz Live Club

Datum

01.05.2026

Bilder

Mario Loeb,Byrt Djouad, Thorsten Dietrich

Videos: Thorsten Dietrich

In den letzten Jahren sind die „Andernach Metal Days“ zur schönen Tradition geworden und wurden am 1. Mai Feiertag und quasi als Festivalsaisonstart gerne genutzt. Auch 2026 kamen an zwei Tage um die 650 Zuschauen nach Andernach und bekamen ein abwechslungsreiches Musikprogramm von Hard Rock über Horror Punk bis hin zu Gothic und Thrash Metal geboten. Einige Acts waren schon mal im Juz. andere waren noch nie in der Region Mittelrhein zu Gast. Im Gegensatz zu früheren Jahren wo es auch das eine oder andere Unwetter gab, fanden die Konzerte in der Halle statt und der Festivalbereich draußen war kleiner, aber ausreichend. Es gab genügend Sitzplätze, eine „Mechandisemeile“ und einen nicht günstigen, aber leckeren Foodtruck. Ein Eiswagen wäre auch 2026 der Hit gewesen, aber ich wie ich schon aus der Vergangenheit gelernt habe muss man so einen auch mal finden und dieser Zeit haben. Ansonsten war die ganze Veranstaltung friedlich, freundlich und entspannt bei bestem Wetter.

 

FABULOUS DESASTER

Pünktlich zum Festivalstart enterten FABULOUS DESASTER die Bühne und machten direkt klar, dass heute niemand langsam in den Abend geschoben werden sollte. Viel habe ich vom Auftritt leider nicht mitbekommen, deshalb bleibt es an dieser Stelle eher bei einem kurzen Eindruck als bei einer kompletten Analyse. Soweit ich mich erinnere, standen die Thrash-Metaller aus Bonn auch nicht zum ersten Mal in Andernach auf der Bühne. Routine war der Band dabei aber keineswegs anzumerken — im Gegenteil. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits ordentlich gefüllt, das erste Bier lief, die ersten Mähnen kreisten und vor der Bühne entstand ziemlich schnell genau die Stimmung, die man für einen Festivalauftakt haben will. Musikalisch gab es schnörkellosen Thrash Metal ohne großes Drumherum — schnell, dreckig und mit ordentlich Druck nach vorne. Kein langes Warmwerden, kein vorsichtiges Herantasten. Die Band trat direkt aufs Gas und zog die Nummer konsequent durch. Auch wenn ich vom Set leider nicht alles mitbekam, reichte der Eindruck vollkommen aus, um zu merken, dass die Bonner genau wussten, was sie da gerade taten. Gerade als Opener funktionierte das richtig gut, weil die Energie sofort aufs Publikum übersprang. Unterm Strich lieferten FABULOUS DESASTER einen kurzen, aber ziemlich überzeugenden Einstieg in die „Andernach Metal Days“ 2026 und brachten die Halle direkt auf Betriebstemperatur. (Mario)

WARWOLF

Oft gespielt in Andernach und der gesamten Region haben die Kölner Lykaner WARWOLF mit Ex-WOLFEN Mitgliedern in den letzten Jahren. WARWOLF brachten nach drei gutklassigen Studioalben mit ihrem MAIDEN-lastigen Power Metal  (ich muss immer an das „X-Factor“ Album denken)als zweiter Act des Tages die recht gut gefüllte Halle bei prallem Sonnenschein draußen auf Betriebstemperatur. Die gut eingespielte Truppe hatte sichtlich Spaß in den Gesichtern und war gut in Bewegung, wobei Frontmann Andreas von Lipinski der Kölner Kalauerkönig war. Immer ein Grinsen im Gesicht hatte auch der Bassist Florian Abegg, so dass die Gruppe viel positive Energie ausstrahlte, während die Bühne vorbildlich mit ihren Bannern und Backdrop dekoriert war. Da haben andere Bands teilweise nichts dabeigehabt, wodurch die Bühne teils recht spartanisch wirkte. Aber zurück zu den Wölfen: Die Setlist hatte einige Hits der Kölner im Programm und so wurden die 50 Minuten gut genutzt. Ob die Songauswahl spontan war und Tracks gespielt wurden die man sonst nicht so auf dem Programm hatte kann ich nur vermuten, denn Frontmann „Lippi“ schaute öfters auf den Boden und ich glaube nicht, dass dort ein Teleprompter stand.

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GUN BARREL

Die 1998er gegründeten Kölner Metal und Hard Rock Urgesteine um Gitarrist Rolf Tanzius, GUN BARREL feierten 2025 etwas verspätet ihren 25. Bandjubiläum und hatten dazu einige Gigs und einen neuen Sänger oder auch Line-Up. Seit der 2014er Studioscheibe „Damage Dancer“ gab es in Sachen neuer Musik kein Lebenszeichen mehr und ich dachte die Truppe sei längst Geschichte.  Neben Tanzius ist noch Langezeitbassist Tom Kintgen an Bord, der Rest der Musiker sind seit wenigen Jahren an Bord, dabei deutlich jünger und gaben gut Gas. Gerade Frontmann Manuel Struebing versprühte viel Energie und konnte die GUN BARREL Lieder aus dem reichhaltigen Fundus von sechs Studioalben seinen Stempel aufdrücken. Ich haben in den letzten 25 Jahren die Band öfters in Andernach gesehen, wo sie oft gespielt hat und behaupte das sie 2026 immer noch richtig Arsch treten und Spaß machen. Der jetzige Frontmann passt auch besser als manch anderer aus der Vergangenheit meiner Meinung nach. GUN BARREL waren hochmotiviert, haben das Publikum gut unterhalten und ich hoffe, dass die Truppe auch mal wieder ein Studioalbum veröffentlicht. Mein Lieblingsalbum der Gruppe ist das Livealbum aus dem Kubana in Siegburg, was einfach die Essenz der Truppe zeigt: eine schweißtreibende Liveband. Handgemachte Musik ohne doppelten Boden und Backingtracks höre ich einfach gerne!

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THE OTHER

Die deutschen THE OTHER habe ich noch nie live gesehen und in Andernach waren sie im Vergleich zu vielen Acts dieses Tages auch noch nicht! Immerhin haben die 2002 gegründeten Horror-Punker 2026 noch drei Originalmitglieder an Bord und huldigen auf ihren neun Studioalben einer Mischung aus MISFITS und Acts wie THE 69 EYES. Kurze Songs, gutes Bühnenoutfit mit Schminke und dezente Partystimmung. Das ist jetzt nicht meine persönliche Lieblingsmusik, aber die Truppe hatte bis auf dezente Soundprobleme beim ersten Song eine mitreißende Show mit viel Bewegung und auch mehrstimmigen Vocals. Hier merkte man, dass dies eine eingespielte Truppe ist. So hatten die Herren aus NRW mit Hits der Sorte „Beware Of Ghouls“ oder „I Need Blood“. Das Ganze hatte Biss und wurde flott und mit Spielspaß dargeboten. Die Musiker haben sich auch auf dem „Balkon“ der als Backstage und Sitzbereich diente ordentlich und akribisch geschminkt, so dass sie überzeugend wirkten von ihrer Kostümierung her, auch wenn sie aufgrund der hohen Temperaturen sicherlich etwas Farbe während des Auftrittes verloren haben. THE OTHER waren ein wichtiger Farbtupfer des Festivals und zeigten sich als routinierte und erfahrene Liveband.

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CREMATORY

Auf CREMATORY habe ich mich persönlich sehr gefreut ist mein letztes Konzert doch mindestens sechs Jahre her! Die Band feiert im Moment ihren 35. Geburtstag mit dem Doppelalbum „Greatest Hits“ und ich wollte unbedingt sehen wie Frontmann Felix Stass sich als alleiniger Sänger schlug. Seit einiger Zeit agieren die Wormser nur noch mit einem Gitarristen, Rolf Munkes, wobei dieser auch ab und an ein paar Backings sang. Relativ neu an Bord ist auch Bassist Oliver Revilo. Vor dem Konzert hielt ich noch ein kleines Schwätzchen mit Bandmanager, Schlagzeuger und Sprachrohr Markus Jüllich als dieser während dessen Kreislaufprobleme bekam und fast umkippte. Es war auch verdammt heiß! Zum Glück konnte er wenige Stunden später den fast einstündigen Gig noch spielen. Eine Stunde ist aber bei einer Band wie CREMATORY viel zu wenig und so war die Setlist natürlich zu kurz, aber Hits wie das live total knallende „Höllenbrand“, das unkaputtbare „Tears Of Time“ oder der Neuling „The Future Is A Lonely Place“ haben mich und das zahlreich anwesende Publikum in den Bann gezogen. Frontmann Felix meisterte nicht nur Growls, sondern auch Sprechgesang und ein paar fast schon klare Einlagen, wobei die roten Hemden die alle bis auf Drummer und Sänger trugen optisch aus den üblichen Outfits vieler Acts positiv herausstachen. Lediglich die vom Band abgefahrenen Intro zu manchen Liedern schmälten für mich etwas den Fluss, aber so konnten die Musiker bei dem Wetter auch mal kurz durchatmen Sänger Felix hat mit seinem Kanister voll Kamillentee und ironischen Ansagen aber immer wieder ein Schmunzeln in die Gesichter des Publikums gezaubert.

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ONSLAUGHT

Vor fast genau neun Jahren habe ich die Briten.-Thrasher ONSLAUGHT das letzte Mal in Andernach gesehen, zwischendurch hatten sie mal eine Zeit lang einen anderen, jungen Sänger. Der war auf Konserve sicherlich nicht schlecht, konnte aber wohl dem Vorgänger nicht das Wasser reichen, sonst wäre dieser niemals wieder am Start! Zum Glück ist Langzeitfrontmann Sy Keeler nun wieder an Bord und die Jungs haben wieder mächtig Bock! Keeler kann die Thrash Shouts genauso gut wie hohe Schreie und ist aufgrund seiner Gestik und Bühnenpräsenz ein absoluter Hingucker und starker Frontmann. Allgemein scheint die Truppe bis auf den jungen Gitarristen mit den Locker noch in der gleichen Besetzung am Start zu sein. ONSLAUGHT waren an diesem Tag auch wirklich „on fire“ und verdammt laut. Das war kein polierter Thrash, sondern recht brachial und roh. Manchmal war mir das Ganze zu wild und nicht eingängig genug. Aber an sich haben ONSLAUGHT genug Hits am Start und genug Spielzeit um hier das JUZ mächtig auf Betriebstemperatur zu bringen. Nachdem 2025 ein Doppelalbum mit Neueinspielungen alter Hits und eine Coverscheibe erschienen ist, freue ich mich nun auf neues Material mit Sy Keeler!

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H.E.A.T

Nun kamen H.E.A.T. auf die ich mich und viele gefreut hatten, schließlich sind die Schweden seit Jahren ein Garant für schweißtreibende Liveshows! Persönlich habe ich die Truppe nur einmal vor vielen Jahren gesehen und daher verdammt froh, dass sie hier waren. Seit einiger Zeit ist auch Originalsänger Kenny Leckremo wieder an Bord der den zwischenzeitlich erkrankten und zu SKID ROW abgewanderten Erik Grönwall ersetzt hat. Den kleinen Schweden mit den vielen Ketten an der Lederhose habe ich schon 2025 bei AVANTASIA gesehen und in sehr guter Erinnerung behalten da er ein absolutes Energiebündel ist was wie ein junger BRUCE DICKINSON mit wehenden Haaren über die Bühne fegte und jede Menge positive Ausstrahlung an den Tag legte. Ich wäre unter der Lederjacke sicherlich vor Hitze gestorben. Für Hard Rock mit AOR Elementen war bei H.E.A.T. ganz schön Alarm vor und auf der Bühne. Bassist Jimmy Jay posierte mit Kenny um die Wette während Gitarrist Dave Dalone sich in Gitarrenheldenposen warf. Lediglich Bandkopf und Keyboarder Jona Tee musste aufgrund seines Instrumentes etwas weit in der Ecke stehen. Aber es gab auch ein „Geburtstagskind“, Schlagzeuger Don Crash feierte seinen 40. Geburtstag auf dem Festival und es waren sogar weibliche Fans mit einem Plakat im Publikum und natürlich gab es auch ein Ständchen für den Schweden! Am Ende war es ein toller Headliner Gig für die Jungs und am nächsten Tag mussten sie schon in Italien bei Frontiers Festival sein.

Tag 1 war verdammt gut bei den „Andernach Metal Days“, jetzt waren wir auf den Samstag gespannt!

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"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)
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