Also, als ich mir das u.a. Video von LOCKHART, einer neuen Truppe aus Kanada, das erste Mal anschaute, habe ich mich schon ein wenig fremdgeschämt. Jaja, die gute alte Spandex-Hose, diese Frisuren und in gewisser Weise auch die Musik, die mich voll zurück in die 80er Jahre beamte. Ok, mittlerweile bin ich über 60, höre aber immer noch Platten aus dieser Ära, meistens auf Vinyl. Das schließt dann wieder den Kreis zum Trio LOCKHART, die mit „City Pulse“ ihr Debüt auch als Vinyl veröffentlichen. Insgesamt und in Bezug auf meine Einleitung finde ich es mutig, noch optisch so vor Publikum aufzutreten. Klar, die Schweden von NESTOR machen das auch, aber es scheint, dass deren Erfolgswelle auch langsam verebbt und die haben ihre Sache auch echt gut gemacht. Vielleicht wollten LOCKHART auf diesen Zug aufspringen? Zumindest liegt bei mir der Verdacht nahe.
LOCKHART bieten sehr Keyboard-lastigen AOR, der nicht weh tut, aber auch keine größeren Nachwehen positiver wie negativer Art bei mir hinterlässt. Im Info-Text werden die üblichen Ähnlichkeiten zu Bands wie Foreigner, Toto, Boston oder Journey genannt, was mir aber wie eine Endlos-Dauerschleife ähnlich agierender Truppen erscheint. Herausstechende Songs kann ich guten Gewissens nicht nennen, es plätschert alles mehr oder weniger vor sich hin, ohne allerdings auch zu nerven. Was mich etwas irritiert ist die Tatsache, dass Drummer Fabio im Info-Text mit Bands wie ENFORCER, ANNIHILATOR und HARDLINE assoziiert wird (großes Fragezeichen??). Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht übel für uns Melodic-Nerds, aber auch nichts Besonderes im überfüllten AOR-Becken!