Witching Hour – Descending … Where Time Has Ceased To Exist

Artist

Witching Hour

Albumtitel

Descending … Where Time Has Ceased To Exist

Genre

Ancient Black Thrash Metal

Die musikalischen Fertigkeiten von WITCHING HOUR hatte ich ja erst kürzlich im Rahmen des Re-Releases ihres 2006 Krachers „Rise of the Desecrated“ herausgehoben. Grade im Gegenschnitt zur aktuellen Scheibe „Descending … Where Time Has Ceased To Exist“ fällt auf, dass die drei Herren aus dem Stahlland Saarland sich nun letztlich auch trauen diesen mal absolut lange Leine zu lassen.

Was ist also 2026 anders als zwanzig Jahre zuvor? Die Songs sind länger, die Einflüsse vielfältiger und man watet nicht mehr knietief in der Tradition der teutonischen 80er Thrash Schule. Ancient Black Thrash Metal oder wie man es auch immer nennen mag – was bei dieser Weiterentwicklung letztlich rauskommt reißt einfach mit. Nehmt euch einmal „The Graves Yearn For The Dead“ zur Brust. Musikalisch souveräne Performance, spannender Aufbau des Songs, der mit einem Riff startet, das AMON AMARTH heute auch noch gerne aus dem Ärmel schütteln würden und in einem wahrhaftigen NWoBHM-Finale endet, das die Granden von der Insel damals wohl auch ganz gerne so hinbekommen hätten. Der Rest der Platte? Fast durchgehend ähnlich begeisternd. „Profane Resurrection Of A Presumed Dead“ zündet bei mir zwar nicht ganz so, fühlt sich etwas überambitioniert an, aber das ist letztlich Geschmackssache. Dafür versöhnt mich spätestens das wild galoppierende „A Night Under A Crimson Moons Lament“, das wie übrigens die ganze Platte mit einem angenehm transparenten Sound überzeugt, keine Selbstverständlichkeit, wenn gleichzeitig dermaßen viel passiert. Für mich dabei ganz weit vorne mit dabei: Der Gesang von Jan Hirtz. Einige mögen sich an seinem rauen Organ stören – geschenkt. Für mich performt er mit einer enormen Stabilität und mit überzeugender Varianz. Was sollte man da ändern wollen? Wer nun noch immer leichte Zweifel daran hegen sollte, dass „Descending … Where Time Has Ceased To Exist“ WITCHING HOUR auf ein neues Level hebt, der gibt sich bitte das abschließende „ …And Then Came The Flames“. Alle Trademarks der Band vereint in einem fast schon progressiv-epischen Kracher, der deutlich über elf Minuten sehr kurzweilig erscheinen lässt.

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Infos

Release

27.05.2026

Laufzeit

44:05 Minuten

Label

Dying Victims Productions

Fazit
WITCHING HOUR haben einen enormen Schritt gemacht. „Descending … Where Time Has Ceased To Exist“ ist ebenso ambitioniert wie mitreißend geraten. Besser noch: Die Scheibe geht sowohl ins Herz, als auch in den Nacken. Chapeau an die Saar!
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von 15
Edelstahl
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