PARADISE LOST – Gothic (35th Anniversary Edition)

Artist

Paradise Lost

Albumtitel

Gothic

Genre

Gothic Death Metal

Verdammt, ich bin alt! Mit „Gothic“ veröffentlichten PARADISE LOST vor mittlerweile 35 (!) Jahren ein Album, das nicht nur zum Meilenstein der Bandgeschichte wurde, sondern praktisch den Grundstein für den Gothic Metal der Neunziger legte. Nachdem die Briten auf ihrem Debüt „Lost Paradise“ noch tief im Doom- und Death-Metal verwurzelt waren, öffnete sich die Band 1991 auf ihrem zweiten Werk stärker für melodischere und atmosphärischere Elemente – ohne dabei ihre düstere Grundstimmung zu verlieren. Der Einsatz weiblicher Gesangsparts von Sarah Marrion im Titelsong verlieh dem Album zusätzlich eine neue Dimension und sorgte mit dafür, dass PARADISE LOST endgültig der Durchbruch gelang.

Bis heute zählen vor allem die unverwechselbaren Gitarrenmelodien von Gregor Mackintosh zu den größten Stärken der Platte. Seine melancholischen Leads ziehen sich durch das gesamte Album und prägen den Sound bis heute auf einzigartige Weise. Dazu kommt eine intensive Mischung aus Schwermut, düsterer Atmosphäre und dezentem Bombast, die besonders im instrumentalen Keyboardstück „Desolate“ eindrucksvoll zur Geltung kommt. Der Track erzeugt eine Stimmung, die fast an klassische Horrorfilme aus der Hammer-Ära erinnert. Damalige Hits wie „Eternal“ oder „The Painless“ zeigen ebenfalls eindrucksvoll, warum „Gothic“ heute noch einen derart legendären Ruf genießt. Nick Holmes verleiht den Liedern mit seiner tiefen, markanten Stimme die passende düstere Note, während Gitarren und Keyboards perfekt miteinander harmonieren. Trotz seines Alters hat das Album nichts von seiner Intensität verloren und wirkt auch Jahrzehnte später erstaunlich zeitlos. Man hört der Produktion zudem an, dass damals noch mit echten Studios, großem Aufwand und entsprechendem Budget gearbeitet wurde.

Die Neuauflage enthält außerdem einen Live-Mitschnitt aus Ludwigsburg von 1991. Klanglich ist dieser sicherlich nicht auf modernem Niveau und richtet sich eher an eingefleischte Fans, die mit rauen und ungeschönten Aufnahmen etwas anfangen können. Dafür vermittelt das Konzert jedoch authentisch, wie PARADISE LOST damals auf der Bühne klangen: roh, hungrig und voller Energie. Die Setlist mit Songs der ersten beiden Alben macht den Mitschnitt zusätzlich interessant. Auch wenn die Aufnahme technisch nicht perfekt ist, entwickelt sie mit der Zeit ihren ganz eigenen Reiz und entpuppt sich als spannendes Zeitdokument einer Band auf dem Weg nach oben. Wer „Gothic“ bislang noch nicht im Regal stehen hat, kann bei dieser Neuauflage ohne Zweifel zugreifen.

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Infos

Release

29.05.2026

Laufzeit

95:27 Minuten

Label

Peaceville / Edel

Fazit
Ein Klassiker des Gothic (Death) Metals der auch nach 35 Jahren noch viel Spaß macht!
13
von 15
Hervorragend
"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)
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