Die schwedische Formation ALICATE bewegt sich fest im klassischen AOR-Gefilde. Ihre Wurzeln reichen bis in die späten Achtziger zurück, bevor es nach einer ersten aktiven Phase zu einer längeren Unterbrechung kam. Erst 2009 meldete sich die Band zurück und veröffentlichte ihr erstes vollwertiges Studioalbum. Nach einer personellen Veränderung an den Keyboards – Marcus Zerath ist nun neu dabei – erscheint mit „Too Bad To Be Good“ mittlerweile Album Nummer vier.
Schon optisch setzt das Werk Akzente: Das Artwork dürfte gleichermaßen Liebhaber ausgefallener Motive wie auch Freunde augenzwinkernder Wortspiele ansprechen. Der Titel selbst wirkt vertraut, da ähnliche Formulierungen bereits bei diversen Künstlern in Umlauf waren. Klanglich liefert die Band eine solide, druckvolle Produktion, die bewusst nicht überpoliert wirkt. Frontmann und Gitarrist Jonas Erixon überzeugt mit einer charakterstarken Stimme, die Wiedererkennungswert besitzt und den Songs zusätzlich Profil verleiht. Besonders die Refrains sind eingängig gestaltet und entfalten schnell ihre Wirkung. Das Album bietet eine ausgewogene Mischung: energiegeladene Stücke wie „Changes“ eröffnen das Ganze schwungvoll, während der Titeltrack mit Leichtigkeit punktet. Ergänzt wird das durch starkes Material im Midtempo-Bereich sowie gefühlvolle Momente, etwa in der Ballade „Save Our Love“.
Innovationen sollte man hier zwar nicht erwarten, doch genau das ist auch nicht der Anspruch. Stattdessen liefern ALICATE ein rundum stimmiges AOR-Album ab, das seine Stärken im klassischen Ansatz hat. Wer genau danach sucht, wird hier fündig – ohne übertriebene Experimente, die dem Genre oft eher schaden. „Too Bad To Be Good“ steht somit für stilvollen, geradlinigen AOR, der genau weiß, was er will.