Der in Deutschland lebende Schwede Dan Swanö (NIGHTINGALE) veröffentlicht seit rund zwei Jahren sämtliche Alben seiner längst verblichenen Kultband EDGE OF SANITY in aufwendig überarbeiteten Neuauflagen. Diese erscheinen meist als Doppel-CD bzw. Doppel-LP und enthalten verschiedene Mixe, alternative Versionen sowie zusätzliche Bonustracks. Mit „Elegy“ brachte er 2025 zudem eine Demo-Compilation heraus, die mit ihrem rauen Sound und den simplen Death-Metal-Tracks aus den Neunzigern eher Puristen und eingefleischte Fans ansprach. Entsprechend hatte ich bei „Elegy Part II“ ähnliche Erwartungen – wurde jedoch mehr als positiv überrascht.
Die Doppel-CDs mit fetten 147 Minuten Laufzeit umfassen satte 38 Songs, von denen viele wirklich überzeugen. Enthalten sind Remixe, alternative Versionen, Neuaufnahmen und auch Instrumentalvarianten. Zu den Highlights zählen unter anderem die Kultstücke „Black Tears“, „Blood Of My Enemies“ (ein grandioses MANOWAR-Cover) sowie der Death-Metal-Klassiker „Jesus Cries“. Ergänzt wird das Ganze durch drei Live-Tracks mit eher mäßiger Klangqualität, einige sogenannte Preproduction-Tracks, die aber durchaus hörbar sind, sowie klassische Demos aus den frühen Neunzigern mit entsprechend rohem Sound. Weniger gelungen sind die Rehearsal-Tracks – drei Proberaumaufnahmen um 1990, die klanglich kaum genießbar sind. Angesichts der Vielzahl starker Songs fällt das jedoch kaum ins Gewicht.
Für Fans von EDGE OF SANITY gibt es hier jede Menge zu entdecken. Im Grunde wirkt das Album wie eine alternative Best-Of-Compilation, die überraschend gut unterhält. Besonders beeindruckt hat mich, wie stark die Stücke auch in den Instrumentalversionen funktionieren.Die CD-Version bietet mit ihren 38 Tracks eine enorme Menge an Material, während die Doppel-LP deutlich abgespeckter daherkommt. Aber Soundfetischisten die es poliert und fett haben wollen, sollten hier die Finger weg lassen und lieber zu den regulären und zahlreichen Studioalben greifen!