ZERRE aus Würzburg bringen am 27. März via Dying Victims Productions ihr neues nunmehr 4. Album „Rotting on a Golden Throne“ unters Volk. Das Quintett orientiert sich hierbei musikalisch stark an den amerikanischen Thrashwurzeln von EXODUS, (sehr) alten METALLICA oder auch neueren Kalibern wie POWER TRIP oder ENFORCED, ohne sich hier aber jemals als platte Kopie anzubiedern. Trotzdem kam mir sofort nach den ersten Schreisalven des Sängers Nico Ziska der leider viel zu früh verstorbene Riley Gale (R.I.P.) von POWER TRIP in den Sinn. Macht aber nichts, klingt sehr geil.
ZERRE spielen also nicht den typischen Teutonen-Thrash a la KREATOR, SODOM, DESTRUCTION oder TANKARD, sondern sind spürbar auch im Crossover zuhause, was dem Energie- und Aggrolevel zugute kommt und sich gnadenlos ein Killerriff an das nächste reiht. Stumpf durchgeballert wird hier aber keineswegs, Tempowechsel und – variationen lockern die Songs auf und lassen so definitiv keine Langeweile aufkommen. Positiv zu erwähnen sind auch diese herrlichen Gangshouts (nachzuhören z.B. im Titeltrack), die das Moshkarussell nur noch schneller und schneller antreiben. Kreativität und Abwechslungsreichtum wird in dem 07:28 minütigen Epos „Mental Vacation“ bewiesen. Nach kurzem, langsamen und atmosphärischen Intro wird das Gaspedal wieder durchgedrückt und das Stück nimmt den Hörer auf eine Berg- und Talfahrt inkl. eher Thrash-untypischem Heavy Metal-Riffing zum Songfinale mit. Ganz großes Tennis! Das die Produktion standesgemäß messerscharf ist und mächtig drückt gehört hier natürlich schon zum guten Ton. Die 8 Songs + Intro rauschen in knapp über 40 Minuten durch die Boxen und der Drang das Album gleich nochmal von Anfang an zu genießen ist groß.
Auch wenn ich mich bisher selber von den vielfach dokumentierten Livequalitäten von ZERRE noch nicht überzeugen konnte, so gibt es in 2026 noch die eine oder andere Gelegenheit diese Lücke zu schließen. So sind ZERRE z.B. als Special Guest von DUST BOLT im Herbst in der Republik unterwegs, um diverse Köpfe zu waschen und Hauptacts an die Wand zu spielen.
Mein bisheriges Thrash-Highlight in diesem Jahr!