Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein großer Fan des britischen Superstars JOE JACKSON war, habe mich allerdings auch nie intensiv mit seinen Werken auseinandergesetzt. Man(n) kann halt nicht alles hören, oder? Das Gleiche gilt bei mir übrigens auch für NEIL YOUNG, was viele Rock-Fans und auch ein paar Schreiber-Kollegen nicht verstehen können. Es ist halt so, ich kann es nicht ändern. Jetzt flattert mir aber recht unverhofft das neue JOE JACKSON-Album „Hope & Fury“ auf den Tisch, das mit vielen Vorschuss-Lorbeeren in der Fachpresse bedacht wurde, was mich natürlich neugierig machte. Also ab damit in den Player und versucht, es nebenbei beim Surfen im Internet zu hören, was aber nicht funktionierte. Ich erkläre dann auch warum:
Einerseits sind die Songs auf „Hope & Fury“ musikalisch locker und sehr eingängig konzipiert, gleichzeitig aber auch ungeheuer anspruchsvoll und beeindruckend abwechslungsreich, was vor allem für die teils provokanten wie gleichzeitig zynischen Texte gilt. Ist das Pop, Underground oder doch schon Rock mit punkigen Vibes? Egal, irgendwie eine Mischung aus alledem, jedenfalls mega unterhaltsam und vor allem wie angedeutet lyrisch eine Wucht! Hier ist ein Künstler am Werk, der niemandem mehr etwas zu beweisen braucht und seine (sozial-) politische Meinung frisch von der Leber weg hinausposaunen möchte und das auch darf! Allein der Opener und beim Cover-Artwork angedeudete „Welcome To Burning-By-Sea“ oder das großartige „Made God Laugh“ sind Beispiele für diese lyrische Wucht, die musikalisch so locker umgesetzt wird. Hier ein bisschen Trallala-Orgel („Do Do Do“), da ein paar stilistische Hinweise an DAVID BOWIE bzw. Ziggy Stardust („Fabolous People“) und am Schluss mit „See You In September“ eine wunderbar schräge, ja großartige, fast musicalhafte Ballade! Immer im Gegensatz zu den anspruchsvollen Texten diese nur vordergründig „belanglose“ lockere Musik, was mich mit jedem weiteren Hördurchgang mehr fasziniert!