MONSTROSITY – SCREAMS FROM BENEATH THE SURFACE

Artist

Monstrosity

Albumtitel

Screams From Beneath The Surface

Genre

Death Metal

Monstrosity – wer in meine Vorstellungsseite hier guckt, sieht sofort, dass ich diese Band als „spätere Einstiegsdroge“ mit angegeben habe. Denn mit „Imperial Doom“ und dem Video zu „Final Cremation“ auf der Nuclear Blast VHS war es spätestens um mich geschehen und ich habe in der Folgezeit diese Band nur noch rauf und runter gehört. „Imperial Doom“ und „Millenium“ gehören zusammen mit CANNIBAL CORPSEs „Vile“ zu den besten Alben, auf denen George Fisher zu hören ist. Danach brachte MONSTROSITY mit „In Dark Purity“ ein weiteres starkes Album heraus, welches immer noch geil war, aber nach wiederholtem Hören irgendwie nicht mehr so den Sog verbreitete wie die beiden Vorgänger – hier jedoch als Jammern auf sehr hohem Niveau zu verstehen. Und danach? Als Fan der ersten Stunde hörte ich mir jedes neue Album dieser Band immer wieder gespannt an, um festzustellen, dass MONSTROSITY sich auf den folgenden drei Longplayern mit Anlauf und auf spielerisch extrem hohem Niveau in die totale Belanglosigkeit spielen.

„Warum also das neue Album anhören? Da ist die Messe doch schon gelesen!“ könnte man sagen. Dennoch höre ich mir auch dieses Album wieder an und hoffe darauf, dass MONSTROSITY zu alter Stärke zurückfinden. Ist es gelungen?

 

„Banished To The Skies“ beginnt mit einem kurzen Gitarren-Intro und leitet dann über in einen Auftakt inklusive erstem Solo, der jedem Powermetal Fan auch gefallen würde. Geiler Einstieg! Danach melden sich MONSTROSITY-typische Riffs und ein Bass, den man gern gut hörbar gemischt hat – als wolle man sagen „nur, damit ihr´s auch merkt – Mark van Erp (Bassist auf „Imperial Doom“) ist wieder dabei“. Witzigerweise klingen seine Läufe hier aber eher wie Kelly Conlon auf „In Dark Purity“. Der Song ist als Opener durchaus ok und hat einige starke Passagen – insgesamt fehlt ihm aber noch echter Hitcharakter – das macht das unnötige einminütige Outro des Songs jetzt auch nicht gerade besser. Der erste Eindruck schwankt also irgendwo zwischen „endlich mal nicht so ne platte Produktion“, „cooles Riff“ und „naja – dann wohl wieder ne Scheibe fürs Regal“.

Doch dann kommt „The Colossal Rage“ und hämmert eine thrashige Mischung exquisitester MONSTROSITY Riffs in die Gehörgänge. Dieser Song hat echt alle Zutaten, um an die guten alten „Imperial Doom“ Zeiten zu erinnern. Und das ganze ohne Spielerei direkt auf die Zwölf. Ich grinse im Halbkreis.

Mit „The Atrophied“ legen die Jungs dann direkt einen Uptemposong nach. Hier werden viele gute Ansätze präsentiert, die Riffs bringen aber leider oft auch eine gewisse Ideenlosigkeit mit sich.

Mit „Spiral“ schielt man dann kurz nach Schweden. Warum höre ich beim Introriff direkt Legion „Slay The Nazarene“ keifen? Auch die in der Wiederholung leicht abgewandelte Variante bei etwa 0:30 kann nicht unbedingt kaschieren, dass man hier sehr „inspiriert“ war. Na gut – aber ist auch ein geiles Riff – und Ed Webb nimmt es dankbar auf und keift hier auch mal hin und wieder, womit er zumindest kurz dem MONSTROSITY-Vocal-Fluch „wehe, du klingst zu wenig nach Corpsegrinder“ entkommen kann. Beendet wird „Spiral“ dann wiederum mit rund zwanzig Sekunden Outro – vielleicht durften die Jungs kein zu kurzes Album abliefern?

„Fortunes Engraved In Blood“ referenziert dann wieder stärker die älteren Alben, bleibt aber hinter „The Colossal Rage“. Keineswegs ein schlechter Song – aber auch keine Offenbarung, die das lange Warten auf ein gutes MONSTROSITY Album so ganz versöhnen will.

Auch „Vapors“ lehnt sich im Riffing stark in Richtung „In Dark Purity“. Er kann dabei etwas mehr überzeugen als sein Vorgänger. Bei den eingestreuten omnipräsenten Soli muss ich ein klare Stärke von MONSTROSITY herausheben: die Leadgitarren klingen einfach immer nach echter Spielfreude und machen Spaß, ohne mit der großen „guck mal, was ich alles spielen kann“ Fahne zu schwenken. Das galt aber auf früheren Alben auch für die Drums – und hier wartet zwar solides Drumming, die echten Kabinettstückchen wie z.B. die CONFESSOR-Gedächtnis-Beckenstopper bleiben größtenteils auf dem Album aus. Dafür gibt es die obligatorische Reverse-Reverb-Snare bei „Vapors“ (und auch schon vorher auf dem Album angedeutet) zu hören wie auf nahezu jedem MONSTROSITY Album. Der Drops ist leider langsam echt gelutscht.

„Blood Works“ reiht sich in den Reigen seiner Vorgänger ein und leitet dann zu „The Dark Aura“ über, der vermutlich ein wenig das neue „Fragments Of Resolution“ werden sollte, aber irgendwie auch mehr wie ein Filler klingt (es drängt sich erneut die Frage auf, ob man zwingend eine gewisse Spielzeit erfüllen musste).

Als Abschluss kommt mit „Veil Of Dissilusion“ ein nochmal etwas stärkerer Song, der durchaus zu gefallen weiß. Bei dem über die letzte Minute lang gezogenen Drum-Outro über Gitarrenakkorden (hab ich schon erwähnt, dass ich mich frage, ob sie eine gewisse Spielzeit schaffen mussten?!?) kommt dann auch leider doch noch ein wenig die oben zitierte Fahne raus – der hier ausgefadete Part ist wie alles auf dem Album spieltechnisch einwandfrei – aber auch ziemlich beliebig und ohne wirkliches Ziel.

Das ist es nun also – das nunmehr siebte MONSTROSITY Album. Ohne Frage das Beste, was diese Band in diesem Jahrtausend herausgebracht hat. Und ohne Frage gibt es genug Bands, die über ein solches Album sehr froh wären. Blendet man aus, wer hier spielt, könnte ich dem Album guten Gewissens 11 bis 12 Punkte attestieren – aber hier hört eben auch der Fan mit. Und so bin ich froh, dass es nicht so langweilig wie seine letzten drei Vorgänger ist und erfreue mich durchaus an dem einen oder anderen Song (wobei „The Colossal Rage“ bestimmt noch häufiger bei mir laufen wird) – lasse mich aber in meiner zugegebenermaßen klar subjektiven Beurteilung gerade zu einem „interessant“ hinreißen. Für mehr müsste eine Band mit dem Können, der Spielpraxis und vor allem dem Auftreten nach Außen leider auch mehr abliefern.

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Infos

Release

13.03.2026

Laufzeit

42:20 Minuten

Label

Metal Blade

Internet

Fazit
Das beste MONSTROSITY Album dieses Jahrtausends. Wer aber die alte Stärke dieser Band erwartet, wird seinen Hunger nur mit einzelnen Songs stillen können.
10
von 15
Interessant
...
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