EPs sind bei Metalbands offenbar auch 2026 noch voll im Trend. Nur ein Jahr nach ihrem durchaus gelungenen Album „Gods And Creators“ legen die Schweizer Newcomer Thrasher KLAW bereits eine neue EP vor. Sie trägt den herrlich verrückten Titel „KLAWstrophy… the B-sides of Gods and Creators“, umfasst vier Songs und läuft knapp 19 Minuten. Trotz des Namens handelt es sich keineswegs um langweilige Resteverwertung – im Gegenteil. Der gebotene Thrash Metal übertrifft das solide Debüt meiner Meinung nach sowohl in Aggressivität als auch im Ohrwurmfaktor deutlich. Ein komplettes Album auf diesem Niveau wäre schlicht großartig. Am Titel und Artwork sieht der Bandkenner übrigens direkt, dass dies ein Nachklapp zum letzten Studioalbum darstellt.
Der Schweizer Produzent V.O. Pulver (POLTERGEIST, GURD) hat der Band einen perfekt passenden Sound verpasst. Frontmann Jonas Friedel wechselt souverän zwischen Schreien, Growls und klaren Vocals, die Riffs sitzen, und wer wie ich eine Schwäche für Bay-Area-Metal hat, wird diese Scheibe lieben. Das melodische Gitarrensolo in „Blasphemous“ beweist zudem, dass die fünf Musiker weit mehr draufhaben als nur klassisches Thrash-Geballer. EIne coole Covernummer abseits vom Thrash hätte die vier Stücke noch gut ergänzt, aber man kann ja nichts erzwingen. In KLAW steckt jede Menge Potenzial, und ich freue mich schon jetzt auf ihr nächstes Album!