Ich kenne eigentlich nur Kerrygold – also keine Sorge, wir werden hier nicht von einer Butterfirma gesponsert. Die deutsche Metalband KERRIGAN hingegen klingt überraschend britisch und irisch, obwohl ihr Name von einer Figur aus dem Spiel „Starcraft“ stammt.Die Newcomer aus Freiburg haben mich mit ihrem zweiten Album „Wayfarer“ regelrecht umgehauen. Die angenehm unaufgeregte Platte bewegt sich souverän zwischen NWOBHM, Hard Rock und epischem Metal, wobei hier und da auch Doom-Metal-Elemente eingestreut werden. Viele der Songs sind im Midtempo gehalten, was hervorragend funktioniert. Dazu passt der glasklare, leicht melancholische Gesang von Gitarrist Jonas Weber perfekt zur musikalischen Atmosphäre. Auch das Artwork mit dem Reiter erinnert stark an klassische Epic-Doom-Metal-Bands wie SORCERER. Die extrem melodischen Gitarren und die ruhigen, fast erhaben wirkenden Kompositionen klingen zeitlos und sehr durchdacht. Dass KERRIGAN häufig im Midtempo unterwegs sind, steht ihnen ausgesprochen gut – etwa bei der Hymne „Blood And Steel“, die mich an die großen Momente von Bands wie RIOT erinnert und eigentlich Pflichtprogramm für jeden „Keep It True“-Besucher sein sollte. „Surrender“ klingt so als wäre das Lied 1988 erschienen, ohne das es gekünstelt wirkt. Der fast schon verträumt wirkende Titelsong „Wayfarer“ schlägt hingegen deutlich in die epische Hard-Rock-Kerbe und zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig KERRIGAN musikalisch aufgestellt sind. Jeder Song funktioniert für sich als kleines Juwel, fügt sich aber gleichzeitig stimmig ins Gesamtbild des Albums ein. Für mich definitiv eine der stärksten Veröffentlichungen des Jahres 2026!
KERRIGAN – Wayfarer
Fazit
Sehr starke Scheibe einer total frisch und eigenständig klingenden deutschen Band!