Ich gestehe, dass mich mit J.B.O. schon immer eine Art Hass-Liebe verbindet. Es gibt einige gute Songs auf fast allen Scheiben, aber genau so gibt es auch Stücke die völlig belanglos sind oder eine gewisse Art von Fremdscham auslöst. Wobei ich nicht die Kreativität des Quartetts aus Erlangen klein reden will. Ein Lied zu covern ist das Eine, aber daraus eine vernünftige Komposition mit einem „guten“ Text zu versehen das Andere. Und obendrauf gibt es ja auch noch die Eigenkompositionen von J.B.O..
Genau mit so einer starten J.B.O. auch das neue Album „House Of The Rising Fun“. „Ma Ma Ma Metal“ klingt erstmal doof, ist aber ein ordentlicher Opener. Die drei folgenden Cover könnten unterschiedlicher nicht sein. Den Titeltrack kann man getrost skippen, während „Vito, Wir Machen Krach“ durch seine Kürze und Knackigkeit richtig gut ist. “ I Kissed A Girl“ von KATY PERRY klingt musikalisch völlig belanglos, und wenn der Witz darin bestehen soll, dass das Lied von einem Mann gesungen wird, dann muss man der Band vorwerfen, sich nicht mit dem Kontext des Songs auseinander gesetzt zu haben. Setzen, Sechs!
„Stinkefinger“ und „Ka-Fump!“ rauschen dann relativ ereignisarm an mir vorbei, haben aber nach 6 Bier ihren Unterhaltungswert. „Power Sucht Wolf“ ist tatsächlich witzig für jemanden wie mich, der sich über viele Power Metal Bands lustig macht.
„Nur Für Euch“ und „Weisst Schon Was Ich Meine“ sind solide J.B.O. Kost. Dann kommt mit „Bussi“ eine Cover Version von „Pussy“ von RAMMSTEIN. Auch da muss mal die Frage erlaubt sein, ob das wirklich sein musste. Den Text auf bayrisch zu ziehen regt exakt einmal zum Schmunzeln an, über den Rest möchte ich am liebsten den Mantel des Schweigens legen.
Der Abschluss mit „Woke On The Smater“ und „Am Arsch“ ist dann wieder versöhnlich, abschließend möchte ich noch anmerken dass die Produktion recht ordentlich gelungen ist.