CRYSTAL LAKE aus Japan habe ich mal zufällig auf einem Festival gesehen, und mir gefiel die Mischung aus Metal und Hardcore. Danach verlor ich die Truppe ein wenig aus den Augen. Aber nun, mit dem neuen Album „The Weight Of Sound“ gibt es ja einen sehr triftigen Grund um sich mal wieder mit der Kapelle zu beschäftigen.
Das der Sänger gewechselt wurde ist mir neu (siehe oben), aber spielte kurz vor dem ersten Hördurchgang auch keine große Rolle für mich. Während „The Weight Of Sound“ so vor sich hinprügelt muss ich aber doch noch einmal in meinem privaten Archiv ein paar ältere Stücke anhören.
Okay, der „neue“ Schreihals geht in die gleiche Richtung wie der „alte“, ist aber ein Stück weit aggressiver noch unterwegs. Das gilt gleichermaßen für die gesamten Songstrukturen auf dem neuen Album. Alles ist hyper-aggressiv, jede noch so kleine Verschnaufpause wird mit Musik vollgekleistert und somit bleibt kaum Luft zum Atmen. Ich meide Bands wie LORNA SHORE, womit ich aber diesem Genre in keiner Weise das Existenzrecht absprechen will. Aber das ist mir einfach zu anstrengend. Und ähnlich geht es mir bei „The Weight Of Sound“.
Durchgehendes Geprügel, das aber immer wieder verkopft oder fast schon progressiv ist. Die „straighten“ Nummern oder Versatzstücke innerhalb eines Tracks sind in der Minderheit. Und ja, das haben CRYSTAL LAKE in der Vergangenheit auch immer mal wieder gemacht. Nur damals hatte ich das Gefühl, dass die Anteile anders herum waren.
Andererseits spricht das für das musikalische Können der fünf Kollegen, denn natürlich haben die Stücke immer noch eine Struktur und sind kein Chaos.
Warum man allerdings bei fast jedem zweiten Song sich einen Gast ans Mikro geholt hat verstehe ich nicht. Traut man dem neuen Sänger nicht zu, dass er das alleine packt und holt sich deshalb „sichere Bänke“ wie Jesse Leach oder Taylor Barber? Ich weiß es nicht.