Als Liebhaber leicht pathetischen, skandinavischen Power Metals sorgen die Schweden von VANDORr bei mir mit ihrem dritten Longplayer samt Bandwurmtitel „The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth“ für echte Glücksgefühle. Mit einer derart lockeren, hymnischen und gleichzeitig flotten Herangehensweise sind viele einstige Szenegrößen längst nicht mehr unterwegs. Unweigerlich fühlt man sich an die Frühphase von Bands wie STRATOVARIUS und RHAPSODY erinnert. Trotz klar erkennbarer Einflüsse schaffen es VANDOR jedoch, eine eigenständige Handschrift zu bewahren.
Besonders prägend ist der im mittleren bis höheren Bereich angesiedelte Gesang von Frontmann und Gitarrist Vide Bjerde, der perfekt zum Stil passt. Für zusätzliche Abwechslung sorgt Gitarrist Jack L. Stroem, der auch solo aktiv ist und bei den Stücken „Disease“ und „Last One Of My Kind“ selbst ans Mikrofon tritt – was er überraschend souverän meistert. Dennoch liegt meine persönliche Präferenz klar beim Stammsänger. Das stimmige Artwork ergänzt die erzählten Fantasy-Geschichten hervorragend. CD-Käufer dürfen sich zudem über zwei exklusive Bonustracks freuen, darunter eine augenzwinkernde Euro-Pop-Version von „Portal Of Truth“ mit Sängerin, treibenden Beats und ordentlich Eurodance-Flair – humorvoll und bestens umgesetzt. Auch diese Seite beherrschen VANDOR mühelos.
Wer unkomplizierten, leicht epischen skandinavischen Power Metal schätzt, macht mit diesem Album nichts falsch und erhält obendrein eine angenehm natürliche Produktion. Für den absoluten Spitzenplatz reicht es vielleicht noch nicht, doch für mich stellen VANDOR mit ihrem dritten Album ihren bisher stärksten Output vor.