Relics From The Crypt ist das neue Sub-Label von Dying Victims Productions, auf dem Re-Releases vergessener Perlen aus der Vergangenheit zu neuen Ehren kommen sollen. Nachdem schon die erste Mini-LP der Hamburger an anderer Stelle besprochen wurde, kommen wir nun zu ”One Way To Glory”.
1989 hat die Band ihr Debüt-Album aufgenommen, das jedoch erst nach deren Split 1992 und 1993 unter den Albumtiteln “Hard To Be Alive” (Japan-Only Release) und “Lost In A Dream” (europäische Fassung) erschien. Verwirrenderweise jeweils ergänzt um diverse Songs aus den 80ern.
Im Vergleich mit der Mini-LP “Who Dares Wins” ist diese LP ein Quantensprung. Der Gesang ist deutlich verbessert und klingt nicht mehr so schief. Es ist zwar nicht jeder Ton dort, wo er hingehört aber insgesamt klingt das schon deutlich runder als auf dem Vorgänger. Die Songs haben nun ein paar coole Hooklines und bleiben besser im Ohr. Die Soli sind besser ausgearbeitet und auch die Produktion ist deutlich dynamischer. Der Demosound-Charakter ist weg. Man hört dem Album aber trotz dem Remastering von Patrick W. Engel an, dass das Album aus längst vergangenen Zeiten stammt.
Nicht weg ist jedoch der bekannte Stil der Band, zu dem Speed Metal gesellt sich nun jedoch noch mehr Power Metal als auf der Mini-LP. Der Sound erinnert nun nicht mehr so sehr an frühe HELLOWEEN oder RUNNING WILD, die Band klingt eigenständiger und es kommt eher zu Vergleichen zu den ersten GAMMA RAY- Alben, jedoch ohne deren Qualität zu erreichen.
Auch die Songstruktur ist nach wie vor eher einfach gehalten. Gelungen sind die eingestreuten Chöre im Refrain, die den Songs mehr Kraft verleihen. “One Way To Glory” ist nicht der große Knaller, auf den die Heavy Metal- Welt gewartet hat. Das Album ist aber ein gelungener Kontrast zu den heute oft überproduzierten Alben und reinrassiger Power/Speed Metal im ursprünglichen Sinn ist heutzutage auch eher rar gesät. Was dem Album jedoch fehlt, ist ein Song, der über allen steht, ein kleiner Hit, den man mit der Band in Verbindung bringt.