Es ist alles andere als einfach wenn man sich in einem musikalischen Genre bewegt, das so maßgeblich und ausschließlich von nur einer einzigen Band geprägt wurde. Und das waren nun mal die MISFITS im Bereich Horror Punk. Am Ende muss man sich eben mit dem Original messen, da bleibt nichts anderes übrig.
Nun sind THE OTHER schon seit über zwanzig Jahren im Geschäft, sie wissen wie der Hase läuft, haben zahlreiche Platten veröffentlicht und in der Szene etabliert. So ist „Alienated“, die neueste Veröffentlichung, nicht nur eine Ansammlung von Songs aus den letzten Wochen und Monaten, sondern THE OTHER wollen wieder an die Spitze des Horrorpunk. Und das klappt ganz hervorragend. Der Einstieg mit „Hellfire“, „I Give You The Creeps“ und „A Ghost From The 80s“ ist schon phänomenal. Eingängige Riffs, Refrains die direkt zum Mitsingen einladen und Songkonstruktionen die sich als gute Ohrwürmer entpuppen.
Der Track mit deutschem Titel und Text, „Hier Sein“, fällt da leider etwas ab. Aber es ist nahezu der einzige Stimmungsdrücker auf „Alienated“.
Selbst die Ballade „In The End“ passt wie Arsch auf Eimer, wirkt in keiner Weise erzwungen oder wie am Reißbrett entworfen.
THE OTHER schaffen es weiterhin mit viel Abwechslung zu punkten. Psychobilly Anleihen in „The Witch From Outer Space“, die eben genannte Ballade oder klassische Vollgas Nummer wie „Don’t Be Afraid Of The Night“. Obendrauf der enorm facettenreiche Gesang von Frontmann Rod Usher, das ist mir bisher noch nie so positiv aufgefallen bei THE OTHER wie auf der hier vorliegenden Scheibe „Alienated“.
Und um auf den Anfang dieses Textes zurückzukommen: THE OTHER müssen sich mit diesem Album auf keinen Fall vor den Legenden MISFITS verstecken!