DISPOSSESSED – DÊMOCIDE

Artist

Dispossessed

Albumtitel

Dêmocide

Genre

Sludge/Doom Metal

Es war 2019, als ich DISPOSSESSD aus Portland/Oregon/Amiland zum ersten Mal hörte. Nach der vielversprechenden EP „Besieged“ (2014) erschien mit „Exanimate“ ihr erstes Album und ich war schier weggeblasen von der Urgewalt, die DISPOSSESSED hier entfesselten. Der perfekte Soundtrack zum Vulkanausbruch: laaangsaaam, ganz langsam, wie Lava, die sich zäh und unerbittlich den Weg vom Vesuv hinunter nach Pompeji bahnt und alles mitnimmt, was meint, sie aufhalten zu können. Eine Rhythmusgruppe, die Sekunden vorm bzw. nach dem Sekundenschlaf agiert mit Bässen, die direkt aus der Tiefe der Erde stammen müssen, dazu fast vergleichbar tiefe, urlangsame Gitarren und die absolut unmenschlichen Geräusche, die da jemand mittels seines Mikrofons fabriziert. Wahnsinn. Was für eine Wucht, was für eine Atmosphäre. Genau so klingt Sludge, wenn man ihn zu gleichen Teilen mit Todesdoom aus dem Schicksalsberg kombiniert.

Deswegen war ich wahnsinnig gespannt auf das Nachfolgewerk „Dêmocide“, dessen Titel man grob mit „Völkermord“ übersetzen kann und was ihm sogar einen sehr traurigen aktuellen Politikbezug bescheren könnte.

Tja, und dann steigen DISPOSSESSED mit dem Titel „Exanimate“ ein, eine halbe Minute grummelt nur der Bass vor sich hin, bevor die anderen Übeltäter erwachen und ihr zähes Rumpelwerk beginnen. Ja. Zäh, rumpelig, kellertief. Alles. DISPOSSESSED fangen auf ihrem neuen Album da an, wo sie auf ihrem letzten aufgehört haben. Gleicher Sound, gleiches Tempo, gleiche Growls. All das ziehen sie grundsolide und handwerklich einwandfrei durch. Und demonstrieren damit, wie lang eine halbe Stunde dauern kann: saulang. Der Titel der letzten Platte hat es sogar zum Titel des ersten Songs auf der neuen gebracht. Na klar, wenn‘s einmal funktioniert, kann man‘s ja wieder so machen. Wer seine Lieblingssorte Bier oder Haribo entdeckt hat, wird immer wieder dazu greifen- aber bei Musik läuft das, zumindest für mich, anders. Da stehe ich auf Entwicklung und Abwechslung, auch wenn sie nur minimal ist. DISPOSSESSED haben sich in jeglicher Hinsicht der Monotonie verschrieben, und der interessierte Fan wird sich bereits beim ersten Probelauschen von „Dêmocide“ über die frappierenden Parallelen zu „Exanimate“ wundern und sich völlig zu Recht fragen, ob er nun das quasi gleiche Album nochmals erwerben möchte. Ganz harte Anhänger tun das sowieso, alle anderen dürfen noch mal scharf darüber nachdenken.

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Infos

Release

03.10.2025

Laufzeit

31:22 Minuten

Label

Carbonized Records

Fazit
Keine Weiterentwicklung, lediglich "more of the same"!
7
von 15
Zumutbar
Doom Shall Rise!
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