FURY aus dem Vereinigten Königreich existieren bereits seit 15 Jahren und legen mit diesem Werk ihr fünftes Album vor. Im Vergleich zu ihrem letzten Album “Born To Sin”, das 2022 erschien, ersetzt Tom Atkinson seinen Vorgänger Jake Elwell an der Gitarre. Hinzugekommen ist auch Nyah Ifill, die Sänger Julian Jenkins am Mikro unterstützt.
Metal Archives listet den Stil der Band als Heavy / Thrash Metal. Nun, da hat sich doch einiges getan, denn “Interceptor” ist – mit Ausnahme des famosen und super-aggressiven Openers und Titeltracks – ein lupenreines Heavy Rock- Album, das viel Wert auf Melodien, Harmonien und Eingängigkeit legt und das in eine fette, moderne Produktion eingebettet ist.
Nehmen wir als Beispiel “What It´s Gonna Be?” . Das ist feinster Hardrock an der Grenze zu AOR mit einem bärenstarken Refrain, cleveren Aufbau und genug Eingängigkeit in den Riffs und Melodien, um im Ohr zu bleiben. Die Grenze zum Kitsch ist allerdings fast fließend und so gibt es auch Songs der Marke “Don´t Lie To Me” oder “Look At Us Now”, die mit zu cheesigem Sound und den ohohoh-Chören schnell nerven. “Can´t Resist (Give Me What I Need)” ist dann ungewohnt heavy und hat einen satten punch, wiederholt sich aber etwas zu oft.
Zu einem guten Hardrock- Album gehört natürlich auch eine (Halb-) Ballade und die serviert die Band mit dem gefühlvollem “Walk Away”, das ein gelungenes Gitarrensolo bereithält. Ein weiteres Highlight ist das erfrischend losrockende “DTR”, bei dem der geteilte Gesang besonders gut zur Geltung kommt und der um einiges energischer ist als die Vielzahl der übrigen Songs. Das bluesige und atmosphärische “Undistilled” mit seinem kraftvoll-rauchigen und emotionalen Gesang der beiden Vokalisten ist ein weiteres Highlight, das ein starkes Album gelungen abschliesst.