PRISTINE – THE LINES WE CROSS

Artist

PRISTINE

Albumtitel

The Lines We Cross

Genre

Rock

Die norwegische, ja soll ich sie wirklich Retro-Rockband nennen(?), PRISTINE standen in ihrer Vergangenheit, die schließlich auch schon über 10 Jahre andauert, immer etwas im Schatten der Blues Pills oder auch WolveSpirit. Nun ja, mit welchen anderen Gruppen soll man die Gruppe um die stimmgewaltige HEIDI SOLHEIM sonst auch vergleichen? Es gibt ja nicht viele female fronted Gruppen, die diesen oder einen ähnlichen Sound performen. Obwohl ich zu bedenken gebe, dass PRISTINE mit ihrem neuen, mittleweile 7. Studioalbum weiterhin zwischen vielen, altbekannten Stühlen sitzen werden. Denn die stilistische Vielfältigkeit ist ein und war schon immer ein Trademark der Norweger. Das ist auch weiterhin der Fall, was mir persönlich auch super gefällt, aber es denken vielleicht nicht alle Rockfans so wie ich. Davon zeugt nicht nur das unglaublich opulente, schwelgerische  „Carneval“ mit fettem Orchestert! Dabei ist nach dem etwas rumpeligen Opener „Action, Deeds & Suffering“ mit so einem Stück nicht zu rechnen, auch nicht mit einem Track wie „Loniest Fortune“, der zweigeteilt aus deutlichen Pink Floyd-Reminiszenzen und modernem Heavy Rock besteht. Dazu gibt es mit „Valencia“ eine zweite, wunderschöne Ballade zu genießen, die jedoch stilistisch im krassen Gegensatz zu Songs wie dem Titelstück steht, der schon stark an Led Zeppelin erinnert. Ja, die 70er Jahre sind bei diesem Album genauso präsent wie modernere Einflüsse sogar aus dem progressiven Sektor. Nur die psychedelischen Elemente wurden zu Gunsten einiger moderner technischer Spielerien, die sich wie Synthies anhören (z.B. im abschließenden „Instant Conclusion Decade“) minimiert. Als weiterer Beweis dient „Stepping Into The Breach“, das mit Samples und verzerrtem Gesang völlig aus dem Rahmen purzelt, jedoch mich gerade aus diesem Grund auch fasziniert. Zumindest kann ich meine Beine nicht still halten bei diesem Rhythmus!

Ich frage mich wirklich, warum diese talentierte Gruppe ihre neue Platte quasi in Eigen-Regie raushauen muss? Es gibt nämlich wahrlich schlechtere Bands, die von so manchen Labels unter Vertrag genommen werden. Die Welt ist oft ungerecht!

Infos

Release

27.01.2023

Laufzeit

47:33 Minuten

Label

Pristine/Cargo

Fazit
Ein wunderbares und vielschichtiges Album mit Sucht-Faktor für den breiten Musikgeschmack!
12
von 15
Edelstahl
Die Melodie muss stimmen!