HOSTIA – NAILED

Artist

Hostia

Albumtitel

Nailed

Genre

Death Metal / Grindcore

Seit dem Ausbruch der weltweiten Pandemie ist seit zwei Jahren das gesellschaftliche Miteinander auf eine sehr harte Probe gestellt worden. Aufkommender Hass und eine Ellenbogengesellschaft, in der viele Menschen ihren wahren Charakter gezeigt haben, bestimmen das Weltbild. Die dabei fabrizierten Verfehlungen könnten ganze Ozeane füllen und zeigen immer wieder, wie unbelehrbar die Bevölkerung auf Erden ist. Genau aus diesem riesigen Meer voller menschlicher Dummheit bedienen sich seit ein paar Jahren die polnischen Lärmextremisten von HOSTIA. Immer auf der Suche nach den neuesten Songideen bildet diese nie versiegende Quelle die beste Voraussetzung, um genug brauchbares Material zusammenzutragen. Das Death’n‘Grind Quartett hat es in vier Jahren bislang auf zwei Alben gebracht. Augenscheinlich gerät auch die Kirche in das Fadenkreuz der Band und erhält eine deftig verpackte Abreibung frei Haus. Auch die dritte eingespielte Runde Nailed verteilt kräftige Backpfeifen unter den Glaubensbrüdern und Schwestern. Nicht umsonst fiel die lila Farbauswahl zu dieser dritten Veröffentlichung auf die Bekleidungsfarbe der katholischen Bischöfe. Ein Schelm, wer bei der Betrachtung des nagelgespickten Torsos hier eine Verbindung zu den Konfessionsträgern zieht. Am Ende ist es eine treffende Ausdrucksweise, nicht mit den uneingeschränkten Machenschaften der Kirche einverstanden zu sein.

Genre technisch ist die Abhandlung der dritten Veröffentlichung Nailed in kürzester Zeit vollzogen. Nicht mal vierundzwanzig Minuten dauert der fünfzehnteilige Vortrag. Grindcoreherz, was willst Du mehr. Bei dieser Offenbarung prallt eine 2-zu-1-Mischung aus unterhaltsamen Death Metal und brachialem Grindcore aufeinander. Keine Zeit für sinnlose Pausen; hier übernimmt ein eröffnetes Sperrfeuer das Kommando. In einer zersetzenden Rohheit stillen HOSTIA den aufkommenden Aggressionshunger und servieren anschließend ein blutgetränktes Sahnehäubchen. Ex-ANGERPATH und HUGE CCM Frontmann Łukasz St. Sixtus Pach liefert an der Brüllfront eine ganz gerissene Nummer ab. Mit seinem röchelnden Kraftorgan stehen die Zeichen eindeutig auf Sturm. Hört man bei der beeindruckenden Stammesbrutalität genauer hin, blitzen an einigen Stellen Riffreihenfolgen bekannter Szenegrößen durch. Religion of Love zum Beispiel hat die unverkennbaren Schleifeinheiten von NAPALM DEATH gepachtet. Lässt man dieses Hörnervmassaker mehrfach rotieren, steigt der produzierte Überdruck ins Unermessliche, bis einem der Kessel mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt.

Infos

Release

04.11.2022

Laufzeit

23:38 Minuten

Label

Deformeathing Production

Fazit
Nimmt man eine doppelte "Nailed" Dosis ein, ist die menschlicher Dummheit da durch nicht ausgestorben, aber wesentlich besser zu ertragen !
10
von 15
Interessant
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