Nothingness – Supraliminal

Artist

Nothingness

Albumtitel

Supraliminal

Genre

Death Metal

Rund 3,18 Millionen Einwohner leben in den Twin Cities Minneapolis & Saint Paul und bilden damit die sechzehntgrößte Metropolregion der USA. Im Vergleich zu unseren Breitengraden verfügt Berlin als größte Stadt in Deutschland über 3,7 Millionen Bürger. Wo viele Menschen auf engstem Raum wohnen, sind kulturelle Unterhaltungsangebote nicht weit entfernt. In Minneapolis gibt es in der Branche eine ganze Reihe davon, wie unter anderem das Kunstmuseum ‚Walker Art Center‘ oder der ‚Sculpture Garden‘, welcher für Claes Oldenburgs Skulptur Spoonbridge and Cherry bekannt ist. Dass solche zur Schau gestellten Abstraktheiten, bei dem ein oder anderen Besucher eine nachhaltige Inspiration auslösen, zeigt sich auf den unterschiedlichsten Wegen.

Bei der ortsansässigen Knüppelhorde NOTHINGNESS wirkt sich der eingepflanzte Impuls sehr eigenwillig aus. Geht man nach dem bisher präsentiertem Artwork zum 2019’er Debüt The Hollow Gaze of Death hat der Wahnsinn persönlich den Pinsel geschwungen. Kein Deut abweichend zeigt sich der Nachfolger Supraliminal, welcher jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Weder äußerlich noch inhaltlich fragt das Quintett dabei nach eitel Sonnenschein. Der robuste Death Metal Hammer wird auch in der zweiten Runde ausgepackt und zieht eine tiefe Schneise der Verwüstungen ohne Rücksicht auf Verluste.

Der von der Band gesteckte Soundrahmen kristallisiert sich bereits beim Opener Curse of Creation heraus. Mit einem walzenden Energiepaket wird ein derber Präsenzfall eingeleitet, welcher für das alptraumhafte SupraliminalBildchen die passende Ausdrucksweise gefunden hat.. Ziemlich kompromisslos stampft die entfesselte Wahnvorstellung vorwärts und räumt jegliche Art von Widerstand unaufgeregt aus dem Weg. Hier wird keine Zeit mit wohlwollenden Ruheoasen verschwendet. Von der ersten Sekunde an wird sich eine knappe dreiviertel Stunde mit offenem Visier durch die groteske Zwischenwelt gekämpft und offenbart sowohl Höhen als auch Tiefen.

Mit einem höflichen Knicks wird dem Black Metal zu Beginn von Temple of Broken Swords die Eingangstür geöffnet. Das klingt nach einer willkommenen Abwechslung in dem dauerhaften Bombardement der Doublebase. Dafür fühlt sich Festering Abstraction bei der Hälfte der Spielzeit doch etwas fehlplatziert an. Fünf Minuten, wo das anhaltende Dauerfeuer etwas überstrapaziert wird. Die Progressivität kommt bei „Inviolate Viscera auch mal zu Wort, ist mit diesem spielerischen Alleinstellungsmerkmal auf dem Album ziemlich allein auf weiter Flur . Wenn überhaupt von gemächlichen Momenten auf dem Album gesprochen werden kann, ist Beacon of Loss genau der richtige Ansprechpartner. Ohne großartigen Substanzverlust blüht der längste Track in ruhigen Fahrgewässern auf. Meißelt sich Supraliminal im zweiten Anlauf durch das Hörorgan, zeichnen sich in erster Linie die dominierenden Riffs von Alex Walstads ab, welche sehr gewissenhaft sämtliche Schädelknochen endgültig pulverisieren.

Infos

Release

20.01.2023

Laufzeit

43:26 Minuten

Label

Everlasting Spew Records

Fazit
"Supraliminal" platzt mitten rein in das Reich der auf das Blut gequälte Existenzen und hinterlässt einen aufregend gefährlichen Death Metal Trip. 
11
von 15
Gut
.