EISREGEN – GRENZGÄNGER

Artist

Eisregen

Albumtitel

Grenzgänger

Genre

Extrem Metal

Das morbide Phänomen EISREGEN aus dem offenen Herzen Thüringens ist einfach nicht todzukriegen. Seit nun mehr achtundzwanzig Jahren lehren uns die beiden Gründungsmitglieder Yantit (Schlagzeug) und Blutklinge (Mikro), was es heißt, in perversen Abstrusitäten beheimatet zu sein.

Während die begehrten Alben wie unter anderem „Krebskolonie“ (2003) und „Farbenfinsternis (2004) sich in den Chartplatzierungen der geliebten Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) wiedergefunden hatten, machten die letzten Veröffentlichungen eher einen abgewetzten und ‚kennst Du einen Song, kennst Du alle‘ Eindruck. Doch Schwamm drüber. Das morbide Duo kehrt nach drei Jahren augenscheinlich voller Tatendrang zurück und bewegt sich als „Grenzgänger“ in die mittlerweile sechzehnte Runde ihrer Diskographie. Diesmal lautet das Motto Nicht kleckern, sondern klotzen Satten siebzehn neuen Tracks werden geboten, die als Doppelalbum angepriesen werden. Hier scheint die Band auf den süßlich verwesten Geschmack gekommen zu sein, sich ausreichend an ihrer sprudelnden Ideenquelle zu laben. Der Leblos Vorgänger (2020) weist ein ähnlich langes Timing von rund einer Stunde auf.

Bemerkenswert, dass sich EISREGEN nach der längeren Durststrecke, auf den eigentlichen Kern besinnen. Sowohl thematisch als auch soundtechnisch greifen die beiden Thüringer wieder in die Vollen. Die bereits vorab veröffentlichte Vampirstory Wiedergänger taucht in die gothic lastigen Sphären ab. Gehört auf jeden Fall zu den Highlights dieser Veröffentlichung. Wütend zackig kommt dagegen Auf Galgengrund im zusätzlichen prägenden Orgelerguss auf den Punkt. Das nekrophile Verlangen wird ebenso im Laufe der gesamten Distanz gestillt, wie auch die abartigen Gräueltaten im Schatten eines zerstörerischen Krieges. Hier erfüllt „Grenzgänger“ seine Hausaufgaben zu einhundert Prozent. Eigentlich weit und breit kein Grund für einen Tadel, wenn nicht das „Gegengift“ verabreicht wird. Während dieser heimtückischen Tötungszeremonie sprengt das abstrakt geführte Gitarrensolo im Heavy Metal Stil den gesteckten Rahmen und passt so gar nicht in das ansonsten stimmige Gesamtkonzept. Das ist im Vergleich zu den ansonsten gängigen Klangdichte der einzige negative Blutstropfen, welcher das weiße Leichengewand besudelt.

Infos

Release

13.01.2023

Laufzeit

63:23 Minuten

Label

Massacre Records

Fazit
EISREGEN liefen ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Stück Bandgeschichte ab. Es gibt unzählige Wege endgültig in das Gras zu beißen. Siebzehn entzückende Gründe liefert jetzt "Der Tod ist ein Meister aus Thüringen" 
13
von 15
Hervorragend
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