Ketha – Wendigo

Artist

Ketha

Albumtitel

Wendigo

Genre

Experimental Technical Death Metal

Dieses Jahr würden die experimentierfreudigen Besetzung der technisch visierten Death Metaller KETHA ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Doch die eingeschobene Pause von 2018 – 2020 lässt den runden Geburtstag folglich in zwei Jahren erfolgen. Zu dem „Mantra Te/Blood“ Demo von 2003 gesellen sich immerhin zwei Extended Plays sowie drei Vollbedienungen. Somit ist die Discographie bislang annehmbar gefüllt worden. Mit „Wendigo“ gesellt sich das vierte Langeisen in die Band-Timeline hinzu. Da einem das polnische Quartett mit der aktuellen fünfundvierzig minütigen in der Vergangenheit nicht unter gekommen ist, sollte man das Kleingedruckte besonders sorgfältig gut lesen. Allein die stilistische Ankündigung einer Death Metal Band mit dem Zusatz „Experimental Technical“ ist in der Regel schon ausreichend, um die abstrakten Schaffenswerke mit einer gewissen Vorsicht anzugehen.

Um „Wendigo“ möglichst neutral zu bewerten und der gesamten Aura der Band mit dem ersten Album nach der Pause den benötige Aufmerksamkeit zu schenken, haben „III-ia“ (2007), „2nd Sight“ (2012) und „0 Hours Starlight“ (2017) bislang den Weg durch die Lauscher nicht gefunden. Das solche stilistischen Eigenarten oft nur eine Haaresbreite zwischen Wahnsinn und Genie auseinanderliegen und gleichzeitig auf einem gespannten dünnen Drahtseil balancieren, ist beileibe nichts neues in der weiten Musiklandschaft. Die einen Künstler verlieren das Gleichgewicht und fallen der abtörnenden Abstrafung durch den Hörer zum Opfer. Da die Musik bekanntermaßen eine eigene Gattung der freischaffende Kunst ist, haben auch solche schrägen Produktionen ihre Daseinsberechtigung.

Was hat dieses schriftliche Vorgeplänkel nun mit der vierten Komposition von KETHA  direkt zu tun. Ganz einfach. Die hier zusammengefassten sieben Tracks haben nur im entferntesten etwas mit dem Death Metal zu tun, den man als klassische Todesbleispritze kennt und liebt. Somit fallen typische Blastbeatsattacken als auch das Gegrunze am Mikro weg. Schon stellt sich eine gewisse Ernüchterung ein, welche bis zum letzten Ton beibehalten wird. Etwas progressive Herangehensweise an das zu erwartende Material kann im Grunde nicht verkehrt sein, doch es darf niemals zum Herzstück der Musik werden. Auf die einzelnen Song wird an dieser Stelle bewusst drauf verzichtet. Nur soviel. Diese fünfundvierzig Minuten reine technischen Spielereinen finden eher bei den Jüngern der Elektromusik wesentlich größeren Zuspruch, als es in der Metalszene der Fall sein wird.

Infos

Release

22.10.2022

Laufzeit

44:55 Minuten

Label

Moans Music

Fazit
Schon früher hieß es in der Schule bei der Benotung von Klassenarbeiten "Thema komplett verfehlt - Setzen - 6 !"
3
von 15
Erbärmlich
.