PROTECTOR – Excessive Outburst Of Depravity

Artist

Protector

Albumtitel

Excessive Outburst Of Depravity

Genre

Thrash Death Metal

Als der geschwärzte Mix aus Thrash und Death Mitte der 80’er in Deutschland laufen lernte, gehörten neben DESASTER auch PROTECTOR aus der niedersächsischen VW Stadt zu den Bands der ersten Stunde. In deren ersten Schaffensphase wurden unter anderem mit „Golem“ oder „A Shedding of Skin“ echte Meilensteine kreiert, die in jeder gut sortierten Plattensammlung anzufinden sein sollten. Nachdem 2003 zunächst ein erster Schlussstrich unter dem Kapitel gezogen wurde, gab es einen doppelten Tapetenwechsel. Frontmann und Urgestein Martin Missy zog es in die schwedische Hauptstadt, wo er sich dauerhaft nieder ließ. Mit einigen Jahren Vorlaufzeit und neuen Gesichtern an den Instrumenten fiel 2011 der erneute Reanimationsstartschuss für PROTECTOR.

Und diese Wiederbelebung hat sich bis heute als richtig und gut erwiesen. Schon direkt bei „Reanimated Homunculus“ (2013) tobte ein erfrischender Wind durch die Boxen. Da schienen sich die geschwärzte Gang im wahrsten Sinn gesucht und gefunden zu haben. Befeuert von dieser beeindruckenden Veröffentlichung wurde bis dato im Dreijahresrhythmus weiterer geschwärzte Wutanfälle unters Volk gestreut. „Excessive Outburst Of Depravity“ heißt die jetzige Veröffentlichung, welches sich nahtlos an dem Offensivdauerfeuer der letzten Veröffentlichung „Summon the Hordes“ anschließt. Satte und energiegeladene elf Runden dauert dieses neuste Werk, welche mit Melodien und Harmonien on Top durchsetzt wurde. Dabei tritt das Quartett qualitativ keineswegs auf der Stelle, sondern geht straight vorwärts. Bei „Pandemic Misery“ rechnet PROTECTOR gnadenlos mit den weltweiten Virusgeisel der letzten zwei Jahre ab. Auch der Nationalsozialismus bekommt mit „Referat IV B 4“ sein Fett weg. Dabei ist das Augenmerk der Band offensichtlich sehr bedacht drauf bei diesem anhaltenden Highlightfeuerwerk auch weiterhin nach PROTECTOR zu klingen.

Ein Balanceakt, der dem Quartett gelungen ist, denn hier trifft bester Old-School-Thrash aus dem Teutonischen Hause auf eine zeitgemäße Abrissproduktion. Immer wieder trifft man unter anderem auf Überraschungsmomente, wie bei „Open Skies And Endless Seas“. Hier wird im walzendem Midtempo Death Metal gezockt und „Infinite Tyranny“ haut einen mit gewaltigen Wucht aus den Socken und fährt dabei einen passendes Solo auf. Der vorletzte Track „Shackled by Total Control“ hat sich dank der eingängigen Vocals mit Widerhaken in den Gehörgängen eingenistet. Da drückt man gern auf die Repeat-Taste. Das was PROTECTOR hier gute 48 Minuten runterbeten ist alles andere als angestaubte Langeweile. Wer also Bock auf ambitionierte Bissigkeit mit energiegeladenen Brachialgewalt hat, kommt um die aktuell neunte Vollbedienung nicht herum.

Infos

Release

01.07.2022

Laufzeit

47:31 Minuten

Label

High Roller Records / Soulfood,

Fazit
"Excessive Outburst Of Depravity" überzeugt mit starken Songs & geilen Riffs !
13
von 15
Hervorragend
.