CHIMPGRINDER – Remasters (Compilation)

Artist

Chimpgrinder

Albumtitel

Remasters (Compilation)

Genre

Stoner Doom Sludge Metal

BLACK SABBATH sind zurück… !? Völlig überraschend und fern ab des Presserummel liegt mit dem Artwork „Chimpgrinder: Remasters“ augenscheinlich eine Best-Of der englischen Mitbegründer des Heavy Metal vor. Hat wohl niemand mit gerechnet, das die Mannen um Ozzy Osbourne immer noch eine Kugel im Lauf haben. So schön es auch wäre; die britischen Legenden haben vor fünf Jahren mit der „The End Tour“ einen endgültigen Schlussstrich unter das Kapitel BLACK SABBATH gezogen. Das ihre Musik seit mehreren Jahrzehnten die nachfolgenden Generationen nachhaltig beeinflusst spricht für sich. So auch CHIMPGRINDER von der Ostküste der Vereinigten Staaten. Das Stoner Doom Quartett aus Philadelphia, die vor elf Jahren aus der Notwendigkeit billiger Bandmieträume entstanden sind, legt nun ihre erste Anthologie vor. Diese setzt sich aus den Songs der beiden EP’s „Volume 666“ (2012) & „Simian Space King“ (2014) sowie dem vollwertigen Debüt „Oliver“ (2012) zusammen. Primär fällt die recht kurz gehaltene Spieldauer der achtzehn Tracks direkt ins Auge. Zwei Minuten Mittelwert ordnet sich dieser Aspekt in der durchschnittlichen Schublade mit ein.

Die überarbeitete Zusammenstellung der drei Alben wurde von David Downham vom Gradwell House mit viel Einfühlungsvermögen und achtsamer Dynamik neu aufpoliert. Bei diesem Frühjahrsputz ist um die angestaubte Schwere geschickt gefeudelt worden und bei diesem Kunststück ist niemand zu Schaden gekommen. Nicht nur das BLACK SABBATH hier der geistige Inspirateur zur Seite steht, auch Bands wie die Landsleute von EYEHATEGOD oder WEEDEATER haben maßgeblichen Einfluss auf diesen herrlich drückenden Sound. Wer mit den genannten Bands etwas anfangen kann, weiß also wie der knusprige Braten aus dem Ofen schmeckt. So wie es sich für eine anständige Compilation gehört, sortieren sich die achtzehn Tracks fein säuberlich in chronologische Reihenfolge. Ordnung muss sein !!

Auch wenn zwischen den einzelnen Terminen der drei Veröffentlichungen maximal nur zwei Jahre gelegen haben, zeichnet sich in einigen Facetten ein breit aufgestelltes Klangkonstrukt ab. Während „Volume 666“ als wütender Auswurf aufblüht, erweist sich „Oliver“ als Geschichtenerzähler im dunklen Gewand gehüllt. Da wird unter anderen bei „IV. My Crime “ der Gang rausgenommen, ohne in die Leerschaltung abzurutschen. Mit einem markant rauhen Organ hält Frontmann Aaron Gerwer den CHIMPGRINDER Spirit beständig aufrecht. So und nicht anders klingt eine verdammte Stoner Sludge Vocal.

Das dritte und letzte Kapitel „Simian Space King“ erzählt eine eigene Story. Nach kurzem Stimmen der Gitarre wird „The Arrow Ritual“ eingeleitet. Eine sehr modern gehaltene Nummer, die im Kern bei den Leisten bleibt. Stimmungstechnisch wird man das Gefühl nicht los, das bei „High Ground and Looking Down“ Anflüge des NYHC im Zusammenspiel mit Nu-Metal Elementen das Zepter des Handelns übernehmen. Das ebbt in den nachfolgenden Tracks etwas ab, bleibt jedoch in ständiger Reichweite. Zum Ende hin wird es überwiegend Sentimental und selten schrauben die vier Amis noch an der Geschwindigkeitsschraube. Lässt man diese knapp vierzigminütige Reise Revue passieren, sind es drei in sich abgeschlossene Teilstücke, die sich wie einzelne Mosaiksteinchen auf „Chimpgrinder: Remasters“ zusammensetzen.

Infos

Release

22.04.2022

Laufzeit

37:34 Minuten

Label

Electric Talon Records

Fazit
"Remasters" ist eine solide Compilation-Trilogie, mit unterschiedlichen Stimmungslagen ! Kann man gern ein Ohr riskieren.
9
von 15
Solide
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