ODEVILLE-JENSEITS DER STILLE

Albumtitel

Jenseits Der Stille

Label/Vertrieb

Crestwood Records/Warner

Veröffentlichung

18.03.2022

Laufzeit

47:36 Minuten

Genre

Deutsch Rock

Homepage

Hier stelle ich euch mit Odeville eine Rockband aus Hamburg vor, die in 15 Jahren seit Bestehen schon 5 Platten veröffentlicht hat. Das Trio ist an mir dabei leider bisher irgendwie völlig  vorbeigegangen, habe es ab jetzt aber dafür umso deutlicher auf dem Schirm. Denn diese Art von Musik kenne ich sonst nur aus England oder den USA, sehr bombastischer und melodischer Breitwand-Rock. Dabei legen Frontmann und Sänger Hauke Horeis, Gitarrist David Bergert und Drummer Sascha Gotthard viel Wert auf die Texte, mit denen auch ich mich problemlos identifizieren kann. Schon beim Opener und Quasi-Titelsong „Monster“ kann der Hörer sehr individuell hinein interpretieren, bei mir löst der Song Bilder von der deutschen Flüchtlingspolitik aus, während „Der Tag Wird Kommen“ das Ende der Pandemie heraufbeschwört. Corona, die Querdenker-Thematik und die Auswirkungen auf die Gesellschaft wird dann beim sehr kritischen „Liebe, Freiheit, Sehnsucht, Alles“ noch etwas intensiver unter die Lupe genommen, wobei auch Nazis von Odeville kräftig eins auf die Fresse kriegen. Gut so! Doch der soziale Zeigefinger wird niemals allzu vorwurfsvoll erhoben, Odeville möchten vielleicht einfach nur verschiedene Sichtweisen aufzeigen bzw. Spiegel vorhalten. Sehr berührend etwa die Power-Ballade „Stille“, bei der es um das Altern, Schicksalsschläge und um den Umgang mit Themen wie Nazis oder Krankheit in der Familie bis zum Tod geht. Schaut euch ruhig mal das u.a. Video dazu an, es lohnt sich wirklich. Musikalisch werden die meist ernsten Themen mit dem Sound der Neunziger präsentiert, also mit viel Bombast und Atmosphäre. Konsequent dehalb auch, einen Kult-Hit von Fury In The Slaughterhouse zu covern, nämlich „Won`t Forget These Days“. Doch einfach nur covern wäre wohl zu einfach gewesen, denn mit Zustimmung der Furys haben Odeville dafür einen deutschen Text verfasst und daraus eine Ode (Wortspiel mit dem Bandnamen beabsichtigt!) an die Zeit von Rock`n Roll und erster Liebe gemacht.

Fazit
Odeville haben mit ihrer Musik echt was zu sagen!
11
von 15
Gut
Die Melodie muss stimmen!