Ravenous Death – Visions From the Netherworld

Albumtitel

Visions From the Netherworld

Label/Vertrieb

Memento Mori

Veröffentlichung

24.01.2022

Laufzeit

62:47 Minuten

Genre

Death Metal

Um zu Beginn direkt in der Klischeeschublade herumzuwühlen… Der mittelamerikanische Staat Mexiko ist weltberühmt für seine Sombreros, den mystischen Maya-Tempeln und besonders seinem hochprozentigem Tequila. Auch in diesem Land tummeln sich in der Death Metal Historie einige gestandene Acts, wie unter anderem CENOTAPH, THE CHASM oder SHUB NIGGURATH. Wem das 92’er Album „The Gloomy Reflection of Our Hidden Sorrows“ von CENOTAPH geläufig ist, der weiß was in diesen Breitengraden für Perlen lauern.

Seit 2016 hat sich im Land der Kakteen die unheilige Formation RAVENOUS DEATH vereint und sind in ihren bisherigen sechs(66) Jahren bereits mit der EP „Ominous Deathcult“ (2017) und dem Debütalbum „Chapters of an Evil Transition“ (2019) in passabler Erscheinung getreten. Als Ideengeber für den Bandnamen standen die schwedischen Schwergewichte VOMITORY mit dem Track „The Ravenous Dead“ vom „Carnage Euphoria“ (2009) Album Pate. Das die vier Bandmitglieder einen leidenschaftlichen Faible für die skandinavische Todesmaschinerie haben ist seit den ersten Veröffentlichungen unverkennbar herauszuhören. Der Sound der vier Mexikaner setzt sich aus den messerscharfen Detonationen der ehemaligen TORTURE DIVISION, dem niederwalzenden VOMITORY Groove und den treibenden DEMONICAL Riffing zusammen. 

Das zweite RAVENOUS DEATH Werk „Visions From the Netherworld“ setzt unverfroren den Hebel genau dort an, wo sie vor gut drei Jahren bei „Chapters of an Evil Transition“ aufgehört haben. Diese Platte gleicht einem großen Holzfass, welches randvoll mit verrotteter Bösartigkeit vollgestopft ist. Bei der durchgängig heftigen Abrissmentalität wird penibel drauf geachtet, das die Contenance bewahrt wird, um nicht aus der Bahn zu geraten und dabei von ihrer Death Metal Loyalität zu verlieren. Frontmann Víctor Mercados Brüllorgan brennt dabei im Laufe der beachtlichen Stunden Gesamtspielzeit ein dreckiges Growlingfeuerwerk ab, was sich intensiv gewaschen hat.

Die elf Tracks sind blutig roh produziert worden und lassen im Ansatz nur erahnen, was alles in der sagenumworbenen Zwischenwelt an dämonischen Grausamkeiten lauert, um der gesamten Menschheit endgültig den Gar auszumachen. Insgesamt ist die Produktion sehr professionell eingespielt worden. Die Leads weisen wie bereits erwähnt die schwedische Schule auf und lassen jeden Feinschmecker dieses Genre mit der Zunge schnalzen. Die durchgängig zermalmenden Schwere ist ein äußerst wütender Angriff, der aus vernichtendem, adrenalingeladenem Todesblei besteht. So und nicht anders klingt das erste extreme Highlight des noch jungen Jahres !! 

Fazit
Der zweite Höllenritt von RAVENOUS DEATH ist feinster gottloser Schwedenstahl - Made in Mexico !!
13
von 15
Hervorragend
.