TRIVIUM – IN THE COURT OF THE DRAGON

Albumtitel

In The Court Of The Dragon

Label/Vertrieb

Roadrunner/WMG

Veröffentlichung

08.10.2021

Laufzeit

51:57 Minuten

Genre

Heavy Metal/Thrash Metal

Ein majestätischer Drache inmitten einer römischen Arena ziert das Cover des neuen Werks von TRIVIUM, das stilistisch wie ein Gemälde der Renaissance anmutet. Matt Heafy hat eine Weile recherchiert, um einen Künstler ausfindig zu machen der in diesem Stil malt. Das und das atmosphärische Intro „X“ aus der Feder von EMPEROR Mastermind Ihsahn zeigen die Mission von TRIVIUM auf: Auf Album Nummer zehn werden keine kleinen Brötchen gebacken, sondern dicke Bretter gebohrt.

„In The Court Of The Dragon“ eröffnet gleich den ersten Circle Pit, nach etwa zwei Minuten kommt der erste Cleangesang, nach vorne gepeitscht von erbarmungslosen Blast Beats. Matt Heafy hat als Sänger ohne Zweifel noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht, ebenso wie TRIVIUM als Band und Songwriter. Nach einem drückenden Breakdown einen Solopart einschließlich Dual Leads vom Leder zu ziehen, als würden gleich die 80er anrufen, muss eine Band erstmal so geil und homogen hinbekommen. Ob groovy wie in „Like A Sword Over Damocles“, oder wenn sie wie “Feast Of Fire” in Richtung melodischer Metalcore gehen, alles klingt nach State of the Art. Besonders sticht im Kontext des Albums „The Shadow Of The Abbatoir”  heraus, der so folkig und tänzelnd klingt wie europäischer Power Metal in seinen besten Momenten. Die Gitarrensoli erinnern an die seligen Tage, als Metal noch jung war und Gitarreros weltweit sich darin zu übertreffen versuchten, wer schneller, höher, weiter zockt – Metalmegalomanie wohin das Ohr hört. Und „The Phalanx“, mit dem sie das Album beschließen, ist eventuell ihr bester Song bisher.

TRIVIUM schaffen es auf „In The Court Of The Dragon” alles an die Front zu werfen, was geilen Metal im Jahre 2021 ausmacht. Dreiundzwanzig Jahre nach der Bandgründung, auf ihrem mittlerweile zehnten Album ist von Nachlassverwaltung und Müdigkeit nicht ein Hauch zu vernehmen. Wo größere Bands als sie sich nach dieser Zeitspanne musikalisch verzettelt und verlaufen haben, feuern sie aus allen Rohren, geben sich hungrig nach mehr als wären sie Newcomer, die der Welt etwas beweisen müssten. Über Albumlänge kann diese Fülle an Ideen jedoch trotzdem überfordern, TRIVIUM gönnen sich und der Zuhörerschaft keine Verschnaufpause.  Die vollständig perfekte Melange aus Heavy Metal und Metalcore ist ihnen (noch) nicht gelungen, aber der Weg dahin ist geebnet. Wenn sie das live bei der nachzuholenden Tour mit HEAVEN SHALL BURN so auf die Bühne bringen, brauche ich danach eine Woche Urlaub.

Fazit
Fast die perfekte Mischung aus Metalcore und Heavy Metal!
13
von 15
Hervorragend
.