New Order – Die neue Weltordnung (Blu-ray)

Titel

New Order – Die neue Weltordnung (Blu-ray)

Produktion/Vertrieb

Ascot Elite Filmverleih

Veröffentlichung

19.11.2021

Laufzeit

87:00 Minuten

Dystopien sind schon seit langer Zeit ein immer wieder aufkommendes Thema in Film und Serie, und ihren teilweisen Romanvorlagen. Mal realistisch angehaucht, mal im Horrorbereich angesiedelt, doch in der Regel stets verbunden mit brutaler Gewalt. Dieses Stichwort trifft auch auf das neueste Werk „New Order – Die neue Weltordnung“ des mexikanischen Regisseurs Michel Francos zu, der auch das Drehbuch dazu beisteuerte. Mexico in einer nicht näher bezeichneten Zukunft, genauer gesagt Mexico Stadt. Bilder von Aufständen, Leichen, Krankenhäusern die überfordert sind. Schnitt auf eine Hochzeitsgesellschaft im abgeschotteten Reichenviertel. Marianne feiert in der Villa ihrer Familie ihre Hochzeit, während draußen die Armen des Landes zur Revolution blasen. Während der Feier taucht ein ehemaliger Angestellter auf, bettelt um Geld für eine lebensrettende OP seiner Frau. Das Geld wird ihm weitgehend verwehrt, und Marianne möchte helfend einspringen. Nachdem sie mit ihm die Feierlichkeiten verlassen hat, fallen die Aufständischen mit brutaler Gewalt über die Hochzeitsgäste her, die Zeit für eine neue Weltordnung hat begonnen…

Viel mehr muss zur Handlung Francos Film eigentlich erst einmal nicht erwähnt werden. Der Regisseur packt seine Geschichte in knackige 90 Minuten Spieldauer, was für sein Ansinnen schon durchaus rasant wirkt. Dennoch will bei „New Order – Die neue Weltordnung“ keine wirkliche Spannung aufkommen, da Franco diesen sicher nicht als unterhaltsamen Spielfilm gesehen haben will! Identifikationsfiguren gibt es nur marginal durch die Figur von Marianne, Protagonisten und Antagonisten existieren faktisch nicht. Er bezieht keine Partei für eine Seite. Die Reichen sind verabscheuungswürdig, die Armen agieren wie Tiere, die Armee und Soldaten gleichermaßen. Im Grunde ist hier der Weg das Ziel, denn der Film zeigt letztendlich lediglich auf, dass der unglaublich ungerechte und eigentlich nicht hinnehmbare Ist-Zustand (der nicht nur in Mexico, sondern in vielen Ländern der Welt herrscht) in einem nicht hinnehmbaren Zustand endet, und Gewalt außer Gewalt rein garnichts erzeugt. So sehr Franco hier auch mit Symbolik und augenscheinlichem hantiert, darauf lässt sich „New Order – Die neue Weltordnung“ definitiv herunterbrechen. Auffallend ist hierbei die Klassifizierung der reichen Gesellschaft in hellhäutige Menschen, währen die Armen dunkelhäutig dargestellt werden, was Franco auch einiges an Kritik einbrachte, allerdings möchte ich persönlich das nicht wertend in die Kritik einbringen, lediglich der Vollständigkeit halber erwähnen. Das angepriesene Highlight oder Novum an Dystopie ist der Film sicherlich nicht, die kritischen Töne sind wichtig, die Anprangerung der Zustände jedoch natürlich notwendig, aber eben ja auch hinlänglich bekannt. Für eine wirkliche Relevanz, ein Herausstechen fehlt mir bei „New Order“ etwas mehr Substanz, Abgrenzung und etwas mehr Tiefgang – sehenswert ist der Streifen aber allemal.

Fazit
Schonungslos-brutale Dystopie aus Mexico
10
von 15
Interessant
Autor
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